Stand: 03.03.2018 17:48 Uhr

Synode beschließt Präventionsgesetz

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Die Synodalen haben in Travemünde für ein Präventionsgesetz gestimmt (Archivbild).

Drei Tage lang hat die Landessynode der Nordkirche in Travemünde getagt. Als erste Gliedkirche innerhalb der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) beschlossen sie ein Kirchengesetz zur Prävention und Intervention gegen sexualisierte Gewalt. Das Gesetz der Kirchenleitung sieht unter anderem vor, Präventionsbeauftragte bei den Kirchenkreisen und der Landeskirche einzustellen. In einem weiteren Gesetz passten die 156 Kirchenparlamentarier das seit 2015 geltende Pastorenvertretungsgesetz an.

Konsequenz des Missbrauchsfalls in Ahrensburg

Hintergrund für das beschlossene Kirchengesetz ist der Missbrauchsskandal in der evangelischen Kirchengemeinde Ahrensburg. 2010 war bekanntgeworden, dass dort ein Pastor mehr als 20 Jahre lang mindestens ein Dutzend Jungen und Mädchen sexuell missbraucht hatte. Als Folge war die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen zurückgetreten.

Personalnot bereitet Sorgen

Bis 2030 werden nach Angaben der Nordkirche rund 900 der 1.700 Pastoren in den Ruhestand gehen. Im selben Zeitraum werden jedoch nur rund 300 Nachwuchsgeistliche ihren Dienst aufnehmen. Die Synodalen diskutierten Grundsätze für ein Strukturanpassungsgesetz, um die Veränderungen aktiv zu gestalten und die Verteilung des knapper werdenden Pfarrpersonals zu steuern.

Ratzeburg als landeskirchliches Zentrum

Ratzeburg soll abermals eine herausragende Rolle für das Zusammenwirken der Christen in Ost und West übernehmen. Wie Sprengel-Bischof Hans-Jürgen Abromeit sagte, wird der "Campus Ratzeburg" zu einem landeskirchlichen Zentrum ausgebaut. "Hier sollen auf Jahrzehnte die Ausbildung der Vikarinnen und Vikare und die Fortbildung der Pastorinnen und Pastoren nicht nur auf inhaltlich hohem Niveau, sondern auch unter guten räumlichen und logistischen Bedingungen stattfinden", erklärte der für Aus- und Fortbildung zuständige Bischof. Die Kirchenleitung plane nun, Gebäude auf dem Dom-Gelände grundlegend zu renovieren und zu erweitern. Die geplanten baulichen Maßnahmen im Umfang von rund 12 Millionen Euro sollten langfristig gute Bedingungen garantieren, erklärte Abromeit. Beraten und beschließen werde die Landessynode über das Projekt voraussichtlich im Rahmen ihrer Haushaltsberatungen im November.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.03.2018 | 14:00 Uhr

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