Stand: 12.02.2020 21:47 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Problemwolf GW924m ist tot

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Bei Gifhorn in Niedersachsen wurde am 6. Januar 2020 ein toter Wolf gefunden. Laut DNA-Analyse handelt es sich um den "Problemwolf" von der Westküste.

Fast anderthalb Jahre lang hatte ein sogenannter Problemwolf im Südwesten Schleswig-Holsteins unzählige Schafe gerissen. Jetzt ist das Tier tot. Das niedersächsische Umweltministerium bestätigte Informationen von NDR Schleswig-Holstein, wonach das Tier in einem Wald bei Gifhorn in Niedersachsen tot gefunden wurde. Bei ersten Untersuchungen hatten Fachleute nach Angaben des Wildtiermanagements innere Blutungen festgestellt, die vermutlich durch einen harten Aufprall verursacht wurden. Der zuständige Wolfsbetreuer geht davon aus, dass der Wolf von einem Fahrzeug angefahren wurde und etwa drei Kilometer von der Straße entfernt verendet ist. Jäger fanden das Tier demnach bereits am 6. Januar stark verwest im Wald. Die Analyse der DNA beim zuständigen Labor in Hessen hat jetzt ergeben, dass es sich bei dem toten Tier um den Wolf mit der Kennung GW924m handelt.

Wolf ist vermutlich durch die Elbe geschwommen

Auf dem Weg von Schleswig-Holstein über Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen ist das Tier vermutlich durch die Elbe geschwommen. "Er wäre nicht der erste Wolf, der durch den Fluss geschwommen ist", sagte Jens Matzen, Koordinator der Wolfsbetreuer im Land, im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein. Auch Flüsse wie die Elbe oder die Oder seien für Wölfe keine unüberwindbaren Hindernisse.

"Problemwolf" war zur Entnahme freigegeben

Der Wolf war im Sommer 2018 aus Dänemark eingewandert. Der erste genetische Nachweis des Tieres in Deutschland gelang im Hamburger Stadtteil Schnelsen. In den Monaten danach hatte der Wolf in den Kreisen Steinburg, Pinneberg und Segeberg mehr als 60 Mal Schafe gerissen - immer wieder auch hinter speziellen Herdenschutzzäunen. Das Umweltministerium in Schleswig-Holstein stufte das Verhalten des Tieres deshalb als "problematisch" ein. Auf Antrag des Ministeriums genehmigte die zuständige Behörde eine sogenannte Entnahme, also den Abschuss des Tieres. Eine Expertengruppe im Auftrag des Umweltministeriums schaffte es in zehn Monaten allerdings nicht, den Problemwolf zu erschießen.

Ein toter Wolf liegt auf vertrocknetem Laub. © Joachim Remitz Foto: Joachim Remitz

Problemwolf von Pinneberg ist tot

NDR 1 Welle Nord - Nachrichten für Schleswig-Holstein -

Fast anderthalb Jahre lang hatte ein sogenannter Problemwolf vor allem in den Kreisen Pinneberg und Steinburg immer wieder Schafe gerissen. Jetzt ist das Tier tot.

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Woher kommt der Name GW924m?

Die Behörden hatten dem Wolf die Kennung GW924m gegeben. "GW" steht für einen Grauwolf (engl.: Grey Wolf). Danach kommt die Codenummer des Senckenberg-Institutes, im Fall des Problemwolfs aus dem Norden war es 924. Das kleine "m" am Ende zeigt, dass es sich um ein männliches Tier handelt (engl.: male). In Schleswig-Holstein war der letzte Wolf nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) vor mehr als 200 Jahren erschossen worden - um das Jahr 1810 im Raum Neumünster. Tierschützer hatten die behördliche Abschuss-Genehmigung für den Problemwolf im vergangenen Jahr kritisiert. Die Gesellschaft zur Rettung der Wölfe wollte mit juristischen Mitteln eine Tötung verhindern.

Die Spuren von GW924m im Norden

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.02.2020 | 16:00 Uhr

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