Die autonomen Unterwasserdrohne der ThyssenKrupp Marine Systems. © NDR Foto: Christian Wolf

Kieler Werft: Millionen vom Bund für Unterwasser-Drohne

Stand: 29.06.2021 15:23 Uhr

ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) entwickelt eine neue Unterwasser-Drohne. Für das Projekt "MUM" hat die Kieler Werft vom Bundeswirtschaftsministerium Förderbescheid in Millionen-Höhe erhalten.

von Christian Wolf

"MUM" steht für "Modifiable Underwater Mothership" und soll nach Angaben von ThyssenKrupp Marine Systems eine kleine Revolution auslösen. Die sieben Meter breite autonome Unterwasser Drohne der Kieler Werft soll anders als die bereits heute am Markt verfügbaren Modelle sein. "In dieses Projekt fließt unsere jahrelange Erfahrung aus dem U-Boot-Bau", erklärt TKMS Geschäftsführer Rolf Wirtz. Denn "MUM" soll unter anderem von einer Brennstoffzelle angetrieben werden. Norbert Brackmann, maritimer Beauftragter der Bundesregierung, überreichte mehrere Förderbescheide an die Werft sowie an Forschungsinstitute und Hochschulen - insgesamt von rund 13,2 Millionen Euro. überreicht, und

Industrielle und wissenschaftliche Nutzung

Rolf Wirtz, CEO des Thyssenkrupp Marine Systems und Norbert Brackmann, Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft (CDU), stehen neben der autonomen Unterwasserdrohne der ThyssenKrupp Marine Systems © NDR Foto: Christian Wolf
Norbert Brackmann, maritimer Koordinator der Bundesregierung, übergibt einen Förderbescheid an TKMS-Geschäftsführer Rolf Wirtz.

Brackmann, der CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg ist, sieht großes Potenzial in der Technik: "Ganz gleich, ob für die Versorgung im Offshore oder aber bei der Untersuchung des Meeresbodens, MUM kann überall eingesetzt werden. Möglicherweise auch im künftigen Unterwasser-Bergbau." Aus seiner Sicht ist vor allem die Kommunikation unter Wasser mit anderen Drohnen von Vorteil, sodass das System auch im Schwarm agieren könne. Obwohl TKMS als Werft hauptsächlich U-Boote und Fregatten fertigt, ist vorerst nur eine zivile Nutzung geplant. "Gerade beim Thema Nachhaltigkeit der Drohne, durch eine modulare Bauart und den emissionsfreien Antrieb von MUM, sehen wir eine große Chance auf dem zivilen Markt", erklärt Rolf Wirtz.

Bau eines Prototypen

Verschiedene Maritime Experten haben allerdings immer wieder darauf hingewiesen, dass "MUM" auch als Waffenträgersystem beispielsweise für Torpedos oder Seeminen genutzt werden könnte. Bis die geplante autonome Drohnen ihren zivilen Nutzen unter Beweis stellen kann und in die Tiefen des Meeres abtaucht, um beispielsweise die Fundamente von Offshore-Windkraftanlagen zu überprüfen oder um nach einer defekten Stelle eines Seekabels zu suchen, wird es noch etwas dauern. Denn frühestens von 2024 an soll der Prototyp des Systems einsatzbereit sein. Außerdem muss dieses System noch umfangreich getestet werden.

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Luftaufnahme des Kieler Standorts der ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). © ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS)

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.06.2021 | 17:00 Uhr

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