Stand: 07.03.2016 20:18 Uhr

Klage gegen Zensus: 6.549 Flensburger sind weg

Malerische alte Häuser im Oluf-Samson-Gang in Flensburg. © picture-alliance/HB Verlag Foto: Katja Kreder
Haben die Mitarbeiter des Statistikamtes nicht alle Eingänge gefunden? Das vermutet die Stadtverwaltung.

Die Stadt Flensburg klagt vor dem Verwaltungsgericht Schleswig gegen den Zensus 2011. Dabei geht es um die Einwohnerzahl. Nach den Berechnungen der Statistiker hat Flensburg 6.549 weniger Einwohner als im Rathaus registriert sind. Deshalb entgehen der Stadt künftig sechs Millionen Euro im Jahr an Steuerzuweisungen. Die vielen Hinterhöfe wurden Flensburg offenbar zum Verhängnis. Mitarbeiter des Landesamtes für Statistik hätten zusätzliche Eingänge oft einfach nicht gefunden und die Einwohner dann auch nicht erfasst, ist Ellen Eichmeier überzeugt. Die Flensburger Justiziarin hat mehrere solcher Fälle dokumentiert.

Gericht entscheidet erst im Herbst

Das Landesamt rechnete die Zahl der vermeintlichen Karteileichen hoch. Auf diese Weise seien 6.549 Einwohner statistisch verloren gegangen. Mit dieser praktischen Argumentation begibt sich die Flensburger Stadtverwaltung nun auf eine Reise durch die juristischen Instanzen. Auch andere Städte haben bereits geklagt. Fast alle Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern wurden nach Angaben der Stadt Flensburg durch den hochgerechneten Zensus benachteiligt. Das Gericht wird vermutlich erst im Herbst entscheiden, ob die Stadt mit ihrer Klage Erfolg hat.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 07.03.2016 | 19:00 Uhr

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