Stand: 02.07.2020 17:21 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Kindesmissbrauch in Münster: Norderstedter gesteht

Gegen den im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen von Münster festgenommenen Mann aus Norderstedt (Kreis Segeberg) ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Münster Haftbefehl erlassen worden. Der 52-Jährige habe gestanden, ein zehn Jahre altes Kind in Münster mindestens einmal schwer sexuell missbraucht zu haben, sagte Ermittlungsleiter Joachim Poll heute. Bei Durchsuchungen in vier Bundesländern hatten Beamte am Dienstag unter anderem Festplatten, Laptops, Computer und Handys sichergestellt. Neben dem Norderstedter wurden ein Mann aus Aachen und zwei Männer aus Hannover festgenommen.

Tatort war offenbar ein Campingplatz in Niedersachsen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Münster soll die Tat in der Wohnung der Mutter des Hauptverdächtigen aus Aachen stattgefunden haben. Der 52-Jährige soll sich mit seinem Wohnmobil auf einem Campingplatz in Niedersachsen aufgehalten haben. Auch dort soll ein Junge missbraucht worden sein. Der Norderstedter soll in engem Kontakt zu den anderen festgenommenen Männern gestanden haben. Unklar ist, inwieweit er an Übergriffen auf weitere Kinder beteiligt war. Das Wohnmobil des 52-Jährigen wurde sichergestellt.

Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein war der Mann mehrere Jahre lang Trainer im Jugendbereich von Eintracht Norderstedt, ist dies aber seit einiger Zeit nicht mehr. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass es auch in Norderstedt zu Übergriffen auf Kinder gekommen ist.

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NRW-Innenminister Reul: Ein "dynamischer Fall"

Der Fall des schweren sexuellen Missbrauchs mehrerer Kinder in Münster war Anfang Juni bekannt geworden. Inzwischen gibt es nun 21 Tatverdächtige, von denen elf in Untersuchungshaft sitzen. Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sprach am Dienstag von einem "dynamischen Fall", in dem noch weitere Tatverdächtige und Opfer identifiziert werden könnten.

Mehrere Verfahren in Schleswig-Holstein angestoßen

Durch die Ermittlungen in Nordrhein-Westfalen wurden mehrere Verfahren in Schleswig-Holstein angestoßen, teilte das Landeskriminalamt NDR Schleswig-Holstein mit. "Wir gehen davon aus, dass es sich bei den jetzt laufenden Verfahren nur um die Spitze des Eisbergs handelt. Aufgrund der nationalen und internationalen Vernetzung der pädo-kriminellen Szene ist davon auszugehen, dass es auch in Schleswig-Holstein weitere Verfahren geben wird", so ein Sprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.07.2020 | 11:00 Uhr

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