Stand: 04.12.2018 19:18 Uhr

Flensburg verbietet Muschelfischen in der Förde

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Muscheln gelten als wichtige Filter für das Fördewasser.

Dürfen Fischer weiter Wildmuscheln aus der Flensburger Innenförde holen? Darüber ist in den vergangenen Monaten viel diskutiert worden - jetzt hat die Flensburger Naturschutzbehörde einen Antrag der Muschelfischer abgelehnt. Ein niederländisches Unternehmen hatte die neue Fanglizenz beantragt. Die Stadt begründet ihr Nein mit dem öffentlichen Interesse an sauberem Wasser in der Förde - die Muscheln gelten als gute Wasserfilter. Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) sieht die Gefahr, dass die Förde kippen könnte, wenn die Muschelfischerei weitergeht. "Weil es eben niemand sagen kann, kann uns auch keiner garantieren, dass ein Schaden ausbleibt", sagte Lange. Ein Gutachten hatte die geplante Fangmenge vorher als unbedenklich eingestuft.

Der Kreis hatte anders entschieden

Über die Miesmuschel-Fischerei entscheiden immer zwei Instanzen: Das Umweltministerium von Schleswig-Holstein und die jeweilige Naturschutzbehörde, die für einen Abschnitt zuständig ist. Die Entscheidung vom Dienstag gilt nur für den Teil der Förde, der zum Flensburger Stadtgebiet gehört. Für das Fördegebiet im Kreis Schleswig-Flensburg hatten die Behörden Ende September eine Ausnahmegenehmigung erteilt - allerdings steht noch die Entscheidung des Umweltministeriums aus. Egal, wie sie ausgeht - die Muschelfischer rechnen damit, dass mit der Muschelfischerei in der Förde ganz Schluss ist. Das Fischen nur im Bereich des Kreises lohne sich nicht. Auf dänischer Seite wird aber weiter gefischt.

Muschelzüchter kritisieren "emotionale Debatte"

Naturschützer lobten die Flensburger Entscheidung. Der Sprecher der Erzeugergemeinschaft der schleswig-holsteinischen Muschelzüchter, Peter Ewaldsen, kritisierte dagegen, die Diskussion sei am Ende nur noch emotional verlaufen. Der Klageweg steht zwar noch offen. Ewaldsen signalisierte aber, das Thema sei erledigt. Er hatte schon vor der Entscheidung gewarnt, bei einem Aus für die Muschelfischerei seien im nordfriesischen Emmelsbüll Arbeitsplätze in Gefahr - dort werden in einer Fabrik mit 40 Mitarbeitern Muscheln verarbeitet. Das Konzept müsse jetzt überdacht werden, sagte Ewaldsen am Dienstag.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.12.2018 | 18:00 Uhr

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