Stand: 29.09.2017 11:50 Uhr

Dänemark setzt Soldaten an Grenze ein

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Die dänische Polizei kann bei Grenzkontrollen ab sofort auf die Unterstützung des Militärs zählen.

An der Grenze zu Deutschland stehen ab heute auch 160 bewaffnete Soldaten der dänischen Armee. Sie sollen die dänische Polizei bei den Grenzkontrollen unterstützen. Allerdings werden sie weder Fahrzeuge kontrollieren noch die Ausweise der Insassen überprüfen, sondern für Arbeiten im Hintergrund eingesetzt - zum Beispiel für Transportaufgaben. Die Soldaten wurden zwei Wochen lang besonders ausgebildet. Geplant ist, dass sie mindestens drei Monate lang nicht nur an den Grenzübergängen, sondern auch vor jüdischen Einrichtungen und der israelischen Botschaft in Kopenhagen stehen.

Dänische Heimwehr seit einem Jahr im Einsatz

Die nun frei werdenden 128 Polizisten kehren auf unterbesetzten Stationen auf dem Land zurück. Weil bei der dänischen Polizei die Personalressourcen knapp sind, unterstützt bereits seit gut einem Jahr der Reservistenverband Heimwehr die Kontrollen an den drei großen Grenzübergängen bei Flensburg.

Günther wünscht sich offene Grenzen

Wegen des Militärs an der Grenze hatte es Kritik aus Deutschland gegeben. Die Soldaten seien nicht das größte Problem, sondern die Grenzkontrollen an sich, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bei einem Besuch in Kopenhagen. Dem dänischen Regierungschef Lars Løkke Rasmussen habe er gesagt, "dass wir uns wünschen, dass das kein permanenter Zustand ist". Zu Europa gehörten offene Grenzen.

Die EU-Kommission hat inzwischen signalisiert, dass sie auch mit Grenzkontrollen einverstanden ist, die über die vereinbarten zwei Jahre hinausgehen. Allerdings müssten die Staaten das dann jeweils mit der Terrorabwehr begründen - und nicht mehr mit der Flüchtlingssituation.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.09.2017 | 12:00 Uhr

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