Stand: 21.06.2019 16:20 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Bündnis "Sichere Häfen": Bund trägt die Kosten

Sollten die Städte im Bündnis "Sichere Häfen" mehr Flüchtlinge aufnehmen, kämen nur geringe Kosten auf sie zu. Das Bundesinnenministerium hat auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein mitgeteilt, es werde wie bei allen anderen Asylbewerberverfahren vorgehen - und damit einen Großteil der Kosten übernehmen. Unter anderem hatten Kiel und Flensburg angeboten, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen, damit diese vom Rettungsschiff "Sea-Watch 3" in Italien an Land gehen können.

60 Städte bilden Bündnis "Sichere Häfen"

Das Bündnis "Sichere Häfen" ist ein Zusammenschluss von 60 deutschen Städten, die sich bereit erklären, mehr Flüchtlinge aufzunehmen, als der Verteilungsschlüssel vorsieht. In Schleswig-Holstein beteiligen sich Kiel, Flensburg, Lübeck und die Nordseeinsel Sylt an diesem Bündnis. Der Flüchtlingsbeauftragte von Schleswig-Holstein, Stefan Schmidt, begrüßte die Bereitschaft der vier Kommunen, über die gesetzlichen Verpflichtungen hinaus Schutzsuchende aufzunehmen. In einem ersten Schritt sollen deshalb in den kommenden Jahren in Kiel und Lübeck jeweils 40 Flüchtlinge mehr aufgenommen werden. Insgesamt sollen mehr als 100 zusätzliche Flüchtlinge untergebracht werden.

Bund trägt die meisten Kosten

Für jeden neu ankommenden Flüchtling zahlt der Staat im Jahr für Unterkunft und Lebenskosten etwa 10.000 Euro. Doch 90 Prozent dieser Summe trägt der Bund. Im Fall von Flensburg kann die Aufnahme weiterer Flüchtlinge sogar einen finanziellen Gewinn für die Stadt bedeuten. Denn 150 Plätze stehen in den Unterkünften leer. Erst wenn sie belegt werden, bekommt die Stadt Geld vom Bund. Wie die Rechnung am Ende ausfällt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab: etwa den Kosten von Arztbesuchen und der Frage, wie schnell eine Anerkennung erfolgt. Aktuell will Flensburg vier und Kiel acht Flüchtlinge aufnehmen, die sich noch auf dem Schiff "Sea-Watch 3" befinden. Bisher hat der Bund noch nicht entschieden, ob Deutschland sie aufnimmt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.06.2019 | 14:00 Uhr

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