Stand: 07.02.2019 14:05 Uhr

Nord/LB: Reeder sorgen sich um Zukunft

Niedersachsens Reeder schauen mit Sorge nach Hannover. Die Ankündigung der Nord/LB, faule Schiffskredite an den US-amerikanischen Investor Cerberus zu verkaufen, hat die Schifffahrt-Unternehmer aufgeschreckt. Sie befürchten einen Ausverkauf, den Verlust von Arbeitsplätzen und drohende Konkurse. Das Geldhaus war durch falsches Management mit Schiffskrediten in Schieflage geraten.

Niedersächsische Reeder befürchten Ausverkauf

Im Zuge der Sanierung der Nord/LB hat das Geldhaus in den letzten Tagen angekündigt, ein Kreditportfolio an den US-Fonds Cerberus zu verkaufen. Wert der Dahrlehen: rund 2,7 Milliarden Euro. Betroffen ist laut "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ, Donnerstagausgabe) die Finanzierung von 263 Schiffen - viele davon sind in Reedereien in Haren, Leer oder Emden beheimatet. "Hinter den Schiffskrediten stehen Schiffe und Reedereien, daran hängen vor allem in Norddeutschland Tausende hochqualifizierte Arbeitsplätze", sagte Christian Denso, Sprecher des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), der "NOZ". Harens Stadtrat Dieter Sturm (CDU) sagte gegenüber NDR 1 Niedersachsen: "Bislang ist es ja so, dass fast alle Reedereien die Krise zumindest als Reederei überlebt haben, mit deutlichen Umsatzeinbußen. Das wird, so rechnen wir, zum Abbau von Arbeitsplätzen oder zum Verlust von Steuereinnahmen führen."

Nord/LB: Kredite über vier Milliarden Euro müssen noch raus

Die konkreten Befürchtungen: Der US-Investor könnte das schnelle Geld machen. Die Kredite könnten von den Amerikanern zurückgefordert, Schiffe in der Folge eingezogen und ins Ausland verkauft werden. Bei dem 2,7-Milliarden-Paket handelt es sich um einen kleineren Teil der faulen Darlehen. Bis zum Jahresende muss die Nord/LB weitere Schiffskredite in Höhe von rund vier Milliarden Euro veräußern. Ob dafür ebenfalls Cerberus als Käufer in Frage kommt, ist noch nicht klar. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) bringt nun eine andere Lösung ins Spiel. Er schlägt die Auslagerung von noch vorhandenen Krediten in eine externe Gesellschaft vor. "Meiner Kenntnis nach gibt es erste Gesprächskontakte", sagte der stellvertretende Ministerpräsident dem NDR Fernsehen. Es sei noch nichts entschieden. "Das muss sorgfältig geprüft werden, ob es zu einer solchen "Bad Bank" oder wie man es auch immer nennen will, kommen kann."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.02.2019 | 14:00 Uhr

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