Stand: 11.05.2020 14:57 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Emsbüren: Schiff bringt Brücke zum Einsturz

Ein Schiff hat auf dem Dortmund-Ems-Kanal diese Brücke beschädigt. Das Mittelteil stürzte in die Wasserstraße.

Auf dem Dortmund-Ems-Kanal ist am Montagmorgen ein rund 85 Meter langes Binnenfrachtschiff in Höhe des Emsbürener Ortsteils Gleesen mit der Kunkenmühlebrücke kollidiert. Laut Polizei wurde bei dem Aufprall das Mittelteil der Kanalüberführung aus der Fassung gehebelt und stürzte in die Wasserstraße. Ersten Ermittlungen zufolge hatte das unbeladene Frachtschiff mit Heimatort Moers offenbar zu wenig Ballastwasser geführt, sodass der Bug zu weit aus dem Kanal ragte und offenbar deshalb mit der Brücke kollidierte. Verletzt wurde bei dem Schiffsunfall niemand.

Brücke nach Schiffskollision eingestürzt

Hallo Niedersachsen -

Auf dem Dortmund-Ems-Kanal bei Emsbüren hat ein Frachtschiff die Kunkenmühlebrücke gerammt. Das Mittelteil des Bauwerks stürzte ins Wasser. Der Kanal ist gesperrt.

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Ermittlungen der Wasserschutzpolizei laufen

Die polnische Besatzung habe das Schiff, das sich auf Fahrt Richtung Süden befand, nach der Kollision gestoppt und auf die Wasserschutzpolizei gewartet. Unter deren Begleitung sei das Schiff rückwärts zur Schleuse Hesselte gebracht worden. Aktuell laufen die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei zum genauen Unfallhergang. Die Kunkenmühler Brücke wurde 1954 erbaut. Sie gehört laut "Lingener Tagespost" zu den weniger stark frequentierten Brücken an der Wasserstraße.

Schaden offenbar in Millionenhöhe

"Wann und wie das im Wasser liegende Brückenelement geborgen werden kann, ist noch vollkommen unklar", sagte Polizeisprecher Dennis Dickebohm am Mittag. "Der Schaden dürfte in die Millionen gehen." Alkohol war laut Dickebohm bei dem Unglück nicht im Spiel. Eine Kontrolle beim Skipper habe 0,0 Promille ergeben. Inwieweit sich der Schiffsführer zum Unfallhergang geäußert hat, wollte der Polizeisprecher mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht sagen.

Zwangspause für Binnenschiffer

Beim zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Rheine haben bereits die Planungen für die Bergung begonnen, sagte ein Sprecher auf Nachfrage von NDR.de. Durch den Aufprall ist die Brücke so schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, dass auch die noch stehenden Teile abgerissen werden müssen. Wegen der Einsturzgefahr könnten deshalb vorerst auch keine Taucher bei der Bergung des gesunkenen Brückenteils eingesetzt werden. Klar ist: Der Kanal muss schnell wieder frei werden. Die auf dem Kanal fahrenden Schiffe müssten nun eine Zwangspause einlegen oder einen Umweg fahren.

Kanal verbindet östliches Ruhrgebiet mit Emden

Für das betroffene Teilstück des Dortmund-Ems-Kanals wurde eine Schifffahrtssperre verhängt. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1899 verbindet der 225 Kilometer lange Kanal das östliche Ruhrgebiet mit dem Seehafen von Emden. Der Unfallort liegt nur wenige Kilometer nördlich der Landesgrenze von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen bei Kanalkilometer 131.

Karte: Schiffsunfall auf dem Dortmund-Ems-Kanal
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 11.05.2020 | 15:30 Uhr

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