Stand: 05.01.2018 10:39 Uhr

Wiesenhof investiert in Kunstfleisch-Start-Up

Das Kunstfleisch ist natürlichen Ursprungs: Unter Laborbedingungen wachsen tierische Muskelzellen.

Wer Wiesenhof hört, denkt an Geflügel. Viel Geflügel. Wiesenhof, besser gesagt das Mutterunternehmen PHW, ist der größte Geflügelproduzent Deutschlands. Nun aber schielt das Unternehmen aus Visbek im Landkreis Vechta mit einem Auge in eine völlig andere Richtung. PHW steigt in die Entwicklung von künstlich hergestelltem Fleisch ein. An dem israelischen Start-up Supermeat habe die Firma eine Minderheitsbeteiligung erworben, sagte der PHW-Vorstandsvorsitzende Peter Wesjohann. "Wir sehen unsere Beteiligung als strategische Partnerschaft", erklärte er. Er gehe davon aus, dass es in einigen Jahren eine Nachfrage nach künstlich erzeugtem Fleisch geben werde. Es wird hergestellt, indem tierische Muskelzellen im Labor zur Vermehrung angeregt werden, bis eine fleischähnliche Masse entsteht.

Kunstfleisch könnte Ernährungsproblem lösen

Ganz neu sind diese Experimente nicht, der erste Hamburger aus Kunstfleisch wurde schon vor fünf Jahren präsentiert. Laut einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) ist die Herstellung des Labor-Fleisches bislang aber noch aufwendig und nur in geringen Mengen möglich. Die Karlsruher Forscher stellten jedoch fest, dass in der Zukunft das so genannte In-Vitro-Fleisch helfen könnte, Probleme des Fleischkonsums mit Blick auf die wachsende Weltbevölkerung, den Klimawandel und den Tierschutz zu lösen.

In wenigen Jahren Massenproduktion?

Das israelische Start-up rechnet nach eigenen Angaben damit, in drei Jahren die erste Generation von künstlich erzeugtem Fleisch an Restaurants ausliefern zu können. "Der nächste Schritt wäre, in weiteren 2 bis 5 Jahren die Produktion auf einen industriellen Maßstab zu vergrößern, um Supermärkte und den Lebensmittelhandel zu versorgen", sagte Ido Savir, Geschäftsführer von Supermeat. "Die Firma hat viel Know-How, und ich denke, auch sie kann von unserem Know-How profitieren", sagte Wesjohann. PHW setze künftig auf pflanzliche, tierische und im Labor erzeugte Eiweiß-Lebensmittel. Über die genaue Höhe der PHW-Beteiligung an dem israelischen Unternehmen sagte er nichts.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 05.01.2018 | 07:30 Uhr

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