Stand: 24.10.2017 13:06 Uhr

Wenn die Rettung aus dem Kühlschrank kommt

Die Notfalldose soll in den Kühlschrank gestellt werden.

Im Landkreis Leer werden Rettungskräfte in Zukunft bei ihren Einsätzen vermutlich häufiger direkt den Kühlschrank der Patienten ansteuern. Und zwar nicht auf der Suche nach Nahrungsmitteln, sondern weil sich dort eine sogenannte Notfall-Dose befinden könnte. Seit Anfang Oktober verteilt der Landkreis in einem Modellprojekt 2.500 dieser Dosen, in denen wichtige Patientendaten hinterlegt werden sollen.

Dose im Kühlschrank leicht zu finden

Welche Medikamente nimmt der Patient, hat er Vorerkrankungen oder Allergien, wer ist der Hausarzt? All diese Informationen sollen auf einem Zettel, der in der Notfall-Dose steckt, zu finden sein. Die grün-weiße Plastik-Dose ist etwa so groß wie ein Senfglas und trägt die Aufschrift "SOS - Informationen für die Lebensrettung". Die Lagerung im Kühlschrank hat einen völlig temperaturunabhängigen, praktischen Grund: "Dieses Gerät besitzt eigentlich jeder Mensch und außerdem ist es für die Einsatzkräfte leicht zu finden", sagt der Leiter vom Deutschen Roten Kreuz in Leer, Hary Feldmann, gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Dennoch hätten er und seine Kollegen über diesen ungewöhnlichen Aufbewahrungsort zunächst etwas schmunzeln müssen. Auf die Dose weist zudem ein Aufkleber an der Wohnungstür und am Kühlschrank hin.

Eine Notfalldose mit medizinischem Fragebogen liegt auf einem Tisch. © NDR Fotograf: Lena Petersen

Wie die Notfalldose Leben retten kann

NDR Info - NDR Info Perspektiven -

Im Notfall zählt jede Sekunde. Für den Rettungsdienst ist es wichtig, den Patienten schnell zu versorgen. Dabei hilft die sogenannte Notfalldose, wie die NDR Info Perspektiven berichten.

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Aktualisierung der Daten wichtig

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Hary Feldmann vom Deutschen Roten Kreuz in Leer fordert die Nutzer der Dose dazu auf, die Daten regelmäßig zu aktualisieren.

Damit die Notfalldose ihren Zweck erfüllen kann, ist es laut Feldmann sehr wichtig, dass die Daten auf dem Zettel stets aktuell gehalten werden. "Jedes weitere Medikament und jede neue Erkrankung sollten sofort vermerkt werden", betont Feldmann. Nur dann könne die betroffene Person optimal ihren Bedürfnissen entsprechend versorgt werden. "Durch die Informationen können wir bessere Weichenstellungen für den Patienten treffen", so Feldmann.

Kostenlose Abholung in Rathäusern

Produziert wird die Notfall-Dose von einem Unternehmen aus Bremen, dass die Idee aus England übernommen hat. Nach Angaben des Herstellers ist die Dose in Nordrhein-Westfalen schon relativ weit verbreitet, in Niedersachsen wachse die Nachfrage, heißt es. Im Landkreis Leer können sich alle interessierten Personen die Notfall-Dosen unabhängig von Alter oder Gesundheitszustand in den Rathäusern in Jemgum, Weener und Filsum kostenlos abholen.

Weitere Informationen

Wichtige Notfallnummern im Überblick

Bei einem Notfall wie Krankheit, Verletzung oder Vergiftung ist es wichtig, den richtigen Notdienst schnell zu erreichen. Hier finden Sie die wichtigsten Telefonnummern. (20.12.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 19.10.2017 | 17:00 Uhr

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