Fahnen mit dem Symbol der IG Metall an Autos. © dpa Foto: Axel Heimken

Warnstreik: 150 Metaller versammeln sich auf Auto-Kundgebung

Stand: 12.03.2021 16:30 Uhr

Etwa 2.600 Beschäftigte aus rund 30 Betrieben haben sich in Niedersachsen und Bremen am Freitag an den Warnstreiks der IG Metall beteiligt. 150 fuhren zu einer Auto-Kundgebung nach Oldenburg.

Unter ihnen seien Delegationen aus etwa 25 Betrieben aus Emden, Leer, Papenburg, Oldenburg, Wilhelmshaven, Bremen und Bremerhaven gewesen, hieß es vonseiten der Gewerkschaft. Über das Autoradio verfolgten die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie die Kundgebung.

Einigen Betrieben geht es trotz Corona gut

Einer von ihnen war Sigbert Knop. Er arbeitet beim Ofenhersteller Leda in Ostfriesland. Eigenen Angaben zufolge möchte er, "dass die Arbeitgeber sich mal bewegen". Weil sie das nicht machten, müssten die Arbeitenden für ihre Rechte auf die Straße gehen, sagte er im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen. In seinem Betrieb sei die Auftragslage sehr gut und die vier Prozent mehr Lohn wären ihm zufolge "mehr als angemessen".

Nicht überall gibt es genug Arbeit

Markus Keunicke, der bei Daimler in Bremen arbeitet, gab zu bedenken, dass viele Kollegen nicht das Glück hätten, in voll ausgelasteten Fabriken zu arbeiten. Deshalb sei man als Solidargemeinschaft vor Ort, um die Forderungen für alle Kollegen zu unterstützen. Nicht so gut läuft es beispielsweise derzeit bei der Meyer Werft in Papenburg. Dort arbeitet Andreas Hansen, der auch zur Kundgebung nach Oldenburg gefahren ist. "Durch die Kreuzfahrtkrise haben wir arge Probleme", sagte er NDR 1 Niedersachsen. Die Belegschaft sei froh, dass Aufträge gestreckt würden.

Arbeitgeber verweisen auf Corona-Krise

Bisher lehnt die Arbeitgeberseite höhere Löhne ab - und beruft sich dabei unter anderem auf die Corona-Krise. Stattdessen schlägt der Arbeitgeberverband einen "Mix aus Einmalzahlung und Tabellenerhöhung ab 2022" vor. Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Daniel Friedrich, sagt dazu jedoch: "Eine Nullrunde für 2021 ist für die Beschäftigten nicht akzeptabel." Sollte sich bei der nächsten Verhandlungsrunde in der kommenden Woche keine Lösung abzeichnen, werde die IG Metall nach Ostern den Druck erhöhen. Die Gewerkschaft vertritt rund 140.000 Metaller in Nordwest-Niedersachsen, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

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Blick auf den Lappan, das Wahrzeichen der Stadt Oldenburg. © NDR Foto: Julius Matuschik
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 12.03.2021 | 15:00 Uhr

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