Die Figur einer Garnele steht vor den Krabbenkuttern im Hafen in Greetsiel. © dpa-Bildfunk Foto: Sina Schuldt

Trendwende? Krabbenfischer hoffen auf "normales" Jahr

Stand: 12.04.2021 10:10 Uhr

Erst ein mieses Wirtschaftsjahr, dann kam Corona: Die Krabbenfischer haben zwei schwierige Jahre hinter sich. Nun hoffen sie auf Besserung - wenn die Natur mitspielt.

Die Voraussetzungen seien gut, sagte Hilke Looden, Fischereiberaterin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Zum einen der Bedarf: Die Tiefkühllager der Händler seien mittlerweile wieder weitgehend leer. In den Vorjahren war das anders - eine Folge der Rekordausbeute der Krabbenfischer in den Jahren 2017 und 2018. Das wirkte sich auch auf den Preis aus. Selbst 2020 lagen die Erzeugerpreise bei lediglich drei bis fünf Euro pro Kilogramm. Mittlerweile sind sie auf sechs Euro gestiegen.

Krabbenpuler im Schichtbetrieb

Besserung sieht Looden auch im Bereich des Verarbeitungsweges. Die Corona-Krise hatte im Vorjahr den globalisierten Ablauf empfindlich getroffen: In den Schälzentren in Marokko, wofast 90 Prozent der Krabben in Handarbeit gepult werden, mussten die Kapazitäten zurückgefahren werden. In der Folge nahmen Großhändler weniger Krabben an - weswegen die Krabbenfischer ihre Ware nicht loswurden und in der Folge über Wochen an Land blieben. Mittlerweile habe sich die Lage in Marokko verbessert, so Looden. Dort werde nun in einem Schichtbetrieb gearbeitet.

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Bei weiterem Krisenjahr droht Insolvenzwelle

In vielen der rund 100 Krabbenfischer-Betriebe an der Nordseeküste gilt die Lage nach den zwei Krisenjahren als angespannt. "Viele Betriebe fangen dieses Jahr mit einem tiefen Minus wieder an", sagte Dirk Sander, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft der Deutschen Krabbenfischer. Ein drittes Krisenjahr dürfe nicht folgen, dann gäbe es eine ganze Reihe an Insolvenzen, so Sander. In der Not hätten einige Betriebe sogar versucht, ihre Verluste durch Fangfahrten im Winter, in denen die Kutter eigentlich in den Häfen liegen bleiben, etwas aufzuholen. Das sei aber nur wenigen gelungen. "Das war erst eine ganze Zeit lang wegen Wind nicht möglich und dann kam der Frost. Da war es ganz aus", sagte Sander.

Hoffen auf wärmeres Wetter

Nach dem Saisonstart Anfang März sind nun die ersten Kutter wieder auf der Nordsee unterwegs. Da diese noch vergleichsweise kalt ist, müssen die Kutterfahrer zum Fischen aber noch weit hinausfahren. Aber: Die Fangmenge stimmt noch nicht. Die Krabbenfischer hoffen nun auf den Frühling. Durch höhere Temperaturen ziehen die Krabben näher an die Küste - und wachsen schneller.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 12.04.2021 | 13:30 Uhr

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