Beschäftigte von Staatsoper und Schauspiel Hannover, sowie von freien Theatern, bilden eine Menschenkette © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Theater und Orchester zeigen Präsenz im "Lockdown"

Stand: 30.11.2020 16:49 Uhr

Mehrere Theater und Orchester im Land haben am Montag auf die Lage der Kulturstätten im sogenannten Teil-Lockdown aufmerksam gemacht. Aufgerufen zu dem Aktionstag hatte der Deutsche Bühnenverein.

In Oldenburg beteiligten sich die Beschäftigten des Staatstheaters unter dem Motto "Wir sind da - trotz Lockdown" an der Aktion. Sängerinnen und Sänger des Ensembles sangen in der Innenstadt unter anderem Weihnachtslieder. Ihre Bühne: ein Balkon und ein Fenster. Die Auftritte waren kurz, um keine Ansammlungen von Menschen zu provozieren, so eine Sprecherin. Mit der Aktion wollten die Theaterleute zeigen, dass sie zuversichtlich sind und dass sie sich mit dem Publikum verbunden fühlen, auch wenn gerade alles geschlossen ist.

Menschenkette in Hannover

In Hannover bildeten rund 200 Beschäftigte des Schauspiels und der Staatsoper eine Menschenkette durch die Landeshauptstadt - unter Einhaltung des Sicherheitsabstands. Man wolle ausdrücklich nicht gegen die Schließungen als solche protestieren, sondern ein sichtbares Zeichen dafür setzen, dass die Kultur auch in Zeiten von Corona nicht in Vergessenheit geraten dürfe, hieß es von den Organisatoren.

Tonaufnahmen von Stücken, die nicht gespielt werden können

Das Theater Osnabrück öffnete am Montag die Fenster des oberen Foyers. Dort spielte ein Hornquartett. Außerdem wurden Tonaufnahmen verschiedener Stücke gespielt. Auch in anderen Städten gab es Aktionen.

"Lockdown", "Shutdown", "Exit" - Neues in der Alltagssprache

"Lockdown", "Shutdown", "Exit"-Strategie - das Vokabular in der Corona-Pandemie ist bisweilen mit Anglizismen durchsetzt und transportiert neue Worte in die Alltagssprache. Nicht immer trifft die Übersetzung den Kern des Ursprungsbegriffs, erklärt Annette Klosa-Kückelhaus, Bereichsleiterin in der Abteilung Lexik am Leibniz-Institut für Deutsche Sprache in Mannheim.

"Lockdown", "Shutdown" und "Exit"
Die Begriffe sind dem Englischen entlehnt und bezeichnet einen Zustand der regionalen Isolation oder Eindämmung aus Sicherheitsaspekten (Lockdown) beziehungsweise die zeitlich nicht weiter definierte Schließung eines Geschäfts oder einer Fabrik (Shutdown). Der Begriff "Exit" ist die englische Bezeichnung für "Ausgang" oder "Notausgang". Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bezeichnet "Exit" die Beendigung von "Lockdown"- oder "Shutdown"-Maßnahmen - also einen Ausweg aus dem gesellschaftlichen Stillstand.

Einführung in die Alltagssprache
Die Worte werden seit Ausbruch der Corona-Pandemie auf einen Zustand entlehnt, für den es im Deutschen ganze Sätze benötige, so Klosa-Kückelhaus: Das Herunterfahren beziehungsweise den Stillstand des privaten, öffentlichen und/oder wirtschaftlichen Lebens zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Bisher seien diese Verwendungen nur für die Corona-Pandemie zu beobachten. Um diese Bedeutungen allgemeinsprachlich zu verfestigen, bedürfe es der Verwendung in anderen Kontexten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Funkbilder - der Tag | 30.11.2020 | 16:00 Uhr

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