Ein Schild weist auf den Firmensitz der Wohnungsbaugesellschaft Brebau hin. © picture alliance/dpa | Sina Schuldt Foto: Sina Schuldt

Rassismus-Vorwürfe: Brebau stellt Geschäftsführung frei

Stand: 22.05.2021 11:59 Uhr

Nach Rassismus-Vorwürfen gegen die städtische Bremer Wohnungsbaugesellschaft Brebau gibt es Konsequenzen. Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung vorläufig freigestellt.

Zudem wurde der frühere Bremer Justiz-Staatsrat Matthias Stauch als unabhängiger Sonderermittler eingesetzt. Der frühere Richter soll dem Aufsichtsrat bis spätestens Ende Juni einen Prüfbericht vorlegen. Radio Bremen und der NDR hatten darüber berichtet, dass Menschen aufgrund von Herkunft, Hautfarbe und sexueller Orientierung bei der Brebau keine Chance erhielten, eine Wohnung zu bekommen.

Hinweise auf Diskriminierung bei Wohnungsvergabe

Mit der Freistellung solle jeder Anschein einer Einflussnahme auf die Erstellung des Berichts durch die Geschäftsführung von vornherein ausgeschlossen werden, teilte das das zuständige Finanzressort der Hansestadt mit. Eine vorweggenommene Schuldzuweisung sei damit aber nicht verbunden. Anlass für das Vorgehen seien die kritisierten Vorgehensweisen bei der Wohnungsvermietung.

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Bremens Finanzsenator ist schockiert

"Es ist beschämend, dass Personen mit Migrationsbiografie offenbar bei der Wohnungssuche systematisch diskriminiert werden", sagte der Brebau-Aufsichtsratschef und Bremer Finanzsenator Dietmar Strehl (Grüne). Das sei unerträglich und stehe im Gegensatz zu den Werten der offenen und pluralen Gesellschaft und somit auch zur Haltung des Aufsichtsrats und des Bremer Senats. Die Vorsitzende des Bremer Rats für Integration, Libuse Cerna, forderte eine lückenlose und transparente Aufklärung der Fälle. Die Brebau sei leider kein Einzelfall, was die Diskriminierung von Migrantinnen und Migranten auf dem Wohnungsmarkt angehe, betonte Cerna.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.05.2021 | 11:00 Uhr

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