Ein Baggerschiff fährt auf der Weser vor dem Containerterminal in Bremerhaven. © picture alliance / dpa | Ingo Wagner Foto: Ingo Wagner

Nimmt das Projekt Weservertiefung jetzt Fahrt auf?

Stand: 08.08.2021 13:16 Uhr

Seit rund 20 Jahren streiten Politik, Umweltschützer, Behörden, Wirtschaft und Gerichte über das Thema Weservertiefung. Nun geht das Projekt in die nächste Runde.

Besser gesagt: Es beginnt wieder von vorn - mit dem Ziel, schneller zu einem Ende zu kommen. Eine Klage des BUND gegen die Weservertiefung hatte die ursprünglichen Pläne 2016 gekippt. Im vergangenen Jahr hatte der Bundestag das "Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz" verabschiedet, das wichtige Infrastrukturprojekte beschleunigen soll und in die Entscheidungshoheit des Bundestages fällt. Dazu gehört auch die umstrittene Fahrrinnenanpassung der Weser.

Land Niedersachsen befürwortet neue Pläne

Die Pläne umfassen zwei Bereiche: zum einen die Außenweser von Bremerhaven bis zur Nordsee, zum anderen die Unterweser zwischen Bremerhaven und dem niedersächsischen Hafen in Brake (Landkreis Wesermarsch. Zudem soll der Hafen in Nordenham davon profitieren, wenn größere Schiffe mit mehr Ladung die Wasserstraße befahren können. Daher unterstützt die niedersächsische Landesregierung die Pläne.

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Öffentlichkeitsbeteiligung im vierten Quartal 2021

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser-Jade-Nordsee will noch in diesem Jahr die Öffentlichkeit über Ziele, Mittel und voraussichtlichen Auswirkungen des neu anlaufenden Projekts informieren, wie die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Diese Öffentlichkeitsbeteiligung werde aktuell vorbereitet. Im ersten Halbjahr 2022 werde über Umfang und Methoden der Umweltverträglichkeitsprüfung informiert. Anfang des Jahres hatte die GDWS das alte Projekt begraben, um die neuen Pläne vorantreiben zu können.

Der alte Streit schwelt weiter. Wirtschaft und Politik begrüßen die Entwicklung und halten sie aus Wettbewerbsgründen für dringend geboten. Die Umweltschützer warnen vor ökologischen Folgen. "Rechtlich ist das natürlich ein neues Verfahren", sagte Thomas Voigt, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Weser. "Aber wir können aus dem alten Verfahren vieles verwenden. Die Arbeit ist weitestgehend gemacht", sagte er. Daten müssten geprüft und aktualisiert werden. Der Auffassung widerspricht der BUND-Geschäftsführer Martin Rode. "Wir fangen bei null an." Das ganze Vorhaben müsse neu definiert und begründet werden. Die Datensätze seien längst veraltet. Zudem sei bei der damaligen Planung das Thema Klimaschutz gar nicht berücksichtigt worden.

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Ein Baggerschiff fährt auf der Weser vor dem Containerterminal in Bremerhaven. © dpa Bildfunk Foto: Ingo Wagner

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.08.2021 | 15:00 Uhr

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