Armin Laschet, CDU-Kanzlerkandidat und Markus Söder, CSU-Vorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, geben nach der Klausur der Spitzen von CDU und CSU eine Pressekonferenz zum gemeinsamen Wahlprogramm für die Bundestagswahl. © picture alliance / /dpa | Kay Nietfeld Foto: /dpa | Kay Nietfeld

Nach Wahldebakel: Oldenburgs CDU fordert Mitgliedervotum

Stand: 08.10.2021 17:00 Uhr

Das bittere Ergebnis bei der Bundestagswahl hat Spuren hinterlassen bei der CDU - auch im christdemokratischen Kernland rund um Oldenburg.

Der Landtagswahl-Kandidat Christoph Baak (CDU) im Porträt. © CDU
Christoph Baak ist Kreisvorsitzender der CDU Oldenburg. (Archiv)

Schmeißt der CDU-Vorsitzende Armin Laschet hin? Oder will er weiter an der Spitze seiner Partei bleiben? Für die Oldenburger CDU-Basis ist eines sicher: So, wie die Christdemokraten derzeit aufgestellt sind, kann es nicht bleiben. In der Parteibasis in Oldenburg gibt es nur sehr wenige Mitglieder, die nach dem Wahlabend noch hinter dem CDU-Chef stehen.

"Die Quittung bekommen"

Die meisten sind sich sicher: hätte die CDU auf die Basis gehört, sähe das Ergebnis anders aus. "Die Kreisvorsitzenden-Runde, die wir hier in Niedersachsen hatten, hat sich ja mit über 70 Prozent für Markus Söder als Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Und da muss man sagen, das Präsidium hat nicht auf die Basis gehört und dafür die Quittung bekommen", sagt der Oldenburger CDU-Kreisvorsitzende Christoph Baak.

Spielt Laschet auf Zeit?

Noch-CDU-Chef Laschet will die Partei personell neu aufstellen und die Übergangszeit moderieren. Einige wenige Oldenburger CDUler fänden das zwar gut, so Baak - für die überwiegende Mehrheit sei das aber zu wenig. "Da hätte ich mir von einem Vorsitzenden eine klare Aussage erhofft, auch mit einem klaren Zeitfenster und nicht mit einem Herauszögern bis Sankt Nimmerlein."

"Rücktritt muss folgen"

Viele Parteimitglieder werten die Aussage Laschets bereits als Rücktritt - etwa die Oldenburger Vize-Kreisvorsitzende Annika Eikhoff. "Es ist definitiv die richtige Richtung. Ein Rücktritt muss folgen jetzt, möglichst schnell, nicht erst nächstes Jahr." Sollte ein neuer Parteivorsitz gewählt werden, fordert die CDU-Basis in Oldenburg ein Mitgliedervotum. "Ich glaube, dass die Mitglieder jetzt die sind, die gehört werden müssen", sagt der Kreisvorsitzende Baak.

Ob Markus Söder, Jens Spahn, Friedrich Merz oder ganz jemand anderes den Vorsitz übernehmen sollen, darüber ist sich die Oldenburger CDU-Basis noch nicht einig.

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