Puten stehen in einem Stall. © dpa Foto: Carmen Jaspersen

Nach Vogelgrippe-Ausbruch: Aufstallverbot in Cloppenburg

Stand: 23.12.2020 15:26 Uhr

Wegen der Vogelgrippe darf in Cloppenburg sowie in den Gemeinden Emstek und Garrel ab Freitag kein Geflügel mehr aufgestallt werden. Am Montag mussten nach einem Ausbruch 17.000 Puten getötet werden.

Das bereits angekündigte Verbot soll nun vom 25. Dezember für mindestens 30 Tage gelten, teilte der Landkreis Cloppenburg am Mittwoch mit. Mit den Auflagen will der Kreis verhindern, dass sich weitere Tiere anstecken. Hintergrund ist der Ausbruch der Geflügelpest mit dem Erreger H5N8 im Cloppenburger Ortsteil Kellerhöhe. In den nun vom Aufstallverbot betroffenen Kommunen gibt es 27 Betriebe mit insgesamt 324.000 Puten.

Weiterer Fall im Landkreis Oldenburg

Auch in einem Betrieb im Landkreis Oldenburg ist in einem Nutztierstall die Vogelgrippe festgestellt worden. 13.000 Puten sollen nun getötet werden. Wie das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte, hatte das Friedrich-Loeffler-Institut das Virus in dem Mastputenbetrieb nachgewiesen. Im Umkreis von drei Kilometern um den Betrieb hat der Landkreis einen Sperrbezirk eingerichtet, außerdem ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von zehn Kilometern.

Tierseuchen-Krisenfall festgestellt

"Wir nehmen leider eine große Dynamik wahr", sagte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Sie habe daher den Tierseuchen-Krisenfall für Niedersachsen festgestellt: Das Tierseuchen-Krisenzentrum im Ministerium werde aktiviert und ein Krisenkoordinierungsstab beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) eingerichtet.

Stallpflicht im Landkreis Stade gilt weiter

Wichtig ist laut Landwirtschaftsministerium, dass die Geflügelhalter ihre Bestände jetzt besonders gut schützen. Viele niedersächsische Landkreise hätten deshalb bereits empfohlen, Freilandgeflügel einzustallen. Der Landkreis Stade wies darauf hin, dass im gesamten Einzugsgebiet weiter die bereits am 12. November erlassene Stallpflicht gilt. "Damit sich Hausgeflügel nicht bei Wildvögeln ansteckt, muss es weiter im Stall untergebracht sein", sagte Amtsveterinärin Sibylle Witthöft am Mittwoch. Im Landkreis Stade wurde bisher bei drei Nonnengänsen und einer Kanadagans die Geflügelpest nachgewiesen. Weitere Untersuchungsergebnisse von Totfunden stehen noch aus.

 

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Zahlreiche Puten stehen in einem Stall. © picture alliance Foto: Carmen Jaspersen

Vogelgrippe bei Cloppenburg: 17.000 Puten getötet

Der Landkreis hat um den betroffenen Geflügel-Betrieb einen Sperrbezirk eingerichtet, um die Ausbreitung zu verhindern. (22.12.2020) mehr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.12.2020 | 14:30 Uhr

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