Stand: 27.03.2019 12:40 Uhr

"MSC Zoe": Ein Drittel der Container geborgen

Das niederländische Spezialschiff "Atlantic Tonjer" birgt vor der deutschen Küste Containerfragmente.

Seit rund fünf Wochen ist das Bergungsschiff "Atlantic Tonjer" vor den Ostfriesischen Inseln im Einsatz. Der Auftrag: die Nordsee von Containerfragmenten nach der Havarie der "MSC Zoe" zu befreien. Der Fortschritt: ist überschaubar. Rund ein Drittel der im Wasser georteten Teile sollen laut Kapitän Helmut Olthoff, Erster Nautischer Sachbearbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Emden, vom niederländischen Spezialschiff geborgen worden sein. Ein Drittel von mehreren Hundert Tonnen Schrott und Müll, die bei der Havarie der "MSC Zoe" in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar nordwestlich von Borkum durch die von Bord gefallenen Containern in die Nordsee gelangt waren. Bis die See von den Fragmenten geräumt ist, vergehen wohl noch Monate. "Es geht nicht so schnell, wie man es sich vorstellt", sagte Olthoff bei einer Erkundungsfahrt.

Fischer ziehen vermehrt Plastikmüll aus dem Wasser

Derweil schlagen Fischer an den ostfriesischen Küsten Alarm. Sie haben in den vergangenen Wochen viel Plastikmüll mit ihren Netzen eingefangen, "und zwar deutlich mehr Müll als vor dem Frachter-Unglück", sagte Gerold Conradi, Stellvertretender Vorsitzender des Landes-Fischerei-Verbandes Weser-Ems, gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Zwischen Borkum und der Jade sollen sich Müllstreifen gebildet haben. Am Festland sowie den west- und ostfriesischen Inseln sind viele Millionen Plastikteile angeschwemmt worden - ein Problem, das die betroffenen Regionen möglicherweise Jahrzehnte beschäftigen wird. Das Plastikmüll-Problem habe niemand auf dem Schirm, fürchtet Conradi. Das Spezialunternehmen mit seinem Bergungsschiff sei ausschließlich für das Einsammeln der Containerfragmente zuständig.

Kosten für Reederei noch unklar

Die "MSC Zoe" hatte auf dem Weg von Portugal nach Bremerhaven in einer stürmischen Nacht 342 Container verloren. Die meisten Behälter dürften beim Aufprall auf die See zerbrochen sein. Die Bergungsexperten haben 45 Container in deutschen Gewässern geortet, die meisten geborsten. In den Wochen nach dem Unglück waren Dutzende Tonnen Müll an Land gespült worden. Wie hoch die Kosten für die Beseitigung werden, steht noch nicht fest. Klar ist nur, dass die Reederei MSC und deren Versicherungen für die Schäden aufkommen müssen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 27.03.2019 | 06:30 Uhr

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