Stand: 08.09.2017 17:45 Uhr

Kampf den Krähen: Riepe setzt die Säge an

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In Riepe (Landkreis Aurich) plant die Gemeinde 172 Bäume zu fällen, um einer Krähenplage Herr zu werden. (Themenbild)

Riepe, Ortsteil der Gemeinde Ihlow im Landkreis Aurich, ist bei Krähen offenbar sehr beliebt. 331 Horste sind in dem Ort gezählt worden - allein 242 davon in einem kleinen Laubwald nahe einer Kindertagesstätte und eines Altenheims. Da der Kot der Vögel nach Angaben des Bürgermeisters Johann Börgmann (SPD) die Gesundheit der Heimbewohner gefährde, wird nun zur Motorsäge gegriffen. Ab Oktober sollen 172 Bäume, hauptsächlich Buchen, gefällt werden.

Anschließend soll aufgeforstet werden

Die Naturschutzbehörde der Verwaltung begleitet die Abholzung. Anschließend wird in dem Gebiet aufgeforstet - niedrigwachsende Büsche und Bäume sollen anstelle der großen Laubbäume gepflanzt werden. Die Kosten dafür liegen bei geschätzten 35.000 Euro. Schon im Februar dieses Jahres sind mehrere Dutzend Bäume gefällt worden, da es in der gegenüberliegenden Kita das gleiche Problem gab wie jetzt am Altenheim. Die Mitarbeiter mussten täglich die Rutsche und den Rest des Spielplatzes vom Kot der Vögel befreien.

Krähen ziehen einfach 100 Meter weiter

Eigentlich hatten der Bürgermeister und seine Verwaltung gehofft, dass sich die Krähen nach der ersten Abholzung weiter in den Wald zurückziehen, doch daraus wurde nichts. Die Vögel nisteten einfach 100 Meter weiter am Waldrand, der an das Altenheim grenzt. Von Alternativen zum Fällen, etwa dem Einsatz von sogenannten Krähenklatschen oder dem Räumen der Nester, wurde in Riepe abgesehen. In Jever habe das auch nichts gebracht, hieß es aus dem Rathaus. Dort, etwa 50 Kilometer entfernt, hat die Stadt nach 20 Jahren den Kampf gegen die Krähen entnervt aufgegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 08.09.2017 | 06:30 Uhr