Stand: 08.11.2019 14:52 Uhr

Grindwale: Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen

Im Nationalpark Wattenmeer sind drei tote Grindwale gefunden worden - unter anderem vor der Insel Juist.

Drei verendete Grindwale sind in dieser Woche vor der niedersächsischen Küste im Nationalpark Wattenmeer angetrieben worden. Experten beim Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gehen davon aus, dass die Tiere zunächst strandeten und in der Folge an Herz-Kreislauf-Versagen starben. Nach Angaben einer LAVES-Sprecherin waren die Grindwale in einem guten Allgemeinzustand. Das hätten Untersuchungen gezeigt. Ein LAVES-Pathologe stellte bei einer ersten Begutachtung keine inneren oder äußeren krankhafte Veränderungen fest. Allerdings war der Magen-Darm-Trakt der Tiere völlig leer. Laut LAVES wurden darin weder Nahrungsreste noch Fremdkörper gefunden.

Grindwale fressen Tintenfische im Atlantik

Abgeschlossen sind die Untersuchungen indes noch nicht. Die Lebensmittel- und Veterinärinstitute in Oldenburg und Hannover untersuchen noch Gewebeproben der Meeressäuger. Unklar ist, warum sich die drei Grindwale in die Nordsee verirrten. Ihr Lebensraum auf der Nordhalbkugel ist vor allem der Atlantik. Dort ernähren sich die streng geschützten Tiere von Tintenfischen, die sie in mehreren Hundert Metern Tiefe erbeuten. Etwa 50 Kilogramm fressen sie am Tag. In der Nordsee sind nach Unterlagen der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer in den vergangenen knapp 50 Jahren lediglich drei Grindwale gestrandet - zuletzt vor zwei Jahren bei Norddeich. Das sagte Richard Czeck, Experte für Wale und Meeressäugetiere bei der Nationalparkverwaltung, im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen.

Tiere leben in großen Gruppen

Dass nun drei Grindwale innerhalb einer Woche tot vor der Nordseeküste gefunden wurden, sei jedoch nicht ungewöhnlich. Denn laut Czeck leben die Tiere in Gruppen von zehn bis Hunderten Tieren. Die drei toten Wale hätten vermutlich zur selben Familie oder Gruppe gehört, sagte der Experte. Zwei der Kadaver waren am Dienstag auf der Insel Juist und am Rande der Leybucht im Landkreis Aurich entdeckt worden. Ein drittes verendetes Tier wurde westlich von Borkum im Fahrwasser der Außenems geborgen. Grindwale gehören zur Familie der Delfine. Die männlichen Tiere können eine Länge von acht Metern erreichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 08.11.2019 | 14:30 Uhr

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