Stand: 12.02.2020 16:03 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Frachter: Keine gefährliche Substanzen geladen

Über Bord gegangene Ladung des Containerschiffs OOCL Rauma treibt in der Nordsee. © Niederländische Küstenwache/dpa
Die "OOCL Rauma" hat eingeschweißtes Papier geladen. Das treibt nun in großen Rollen in der Nordsee.

Der Kapitän des niederländischen Frachters "OOCL Rauma", der bei stürmischer Nordsee westlich der Ostfriesischen Inseln sieben Container verloren hat, gibt Entwarnung: Das Schiff habe keine gefährlichen Substanzen geladen. So zitiert die niederländische Küstenwache den Schiffsführer am Mittwochnachmittag. Der Behörde zufolge enthielten drei der sieben Stahlbehälter Papierrollen, zwei hatten Verpackungsausrüstung für Papiermaschinen geladen. In den übrigen zwei Containern war Milchpulver, hieß es. Durch starke westliche Winde könnten die Container oder deren Inhalt auf die Ostfriesischen Inseln treiben, erklärte das Wasserstraßen-Schifffahrtsamtes (WSA) in Wilhelmshaven.

Container 60 Kilometer vor Borkum im Wasser

Auf dem Containerschiff OOCL Rauma sind umgekippte Container zu sehen. © Niederländische Küstenwache/dpa
Der Frachter war von Finnland kommend auf dem Weg nach Rotterdam.

Über den Inhalt der Container herrschte zunächst Unklarheit. Zeitweise war von sieben Containern die Rede, die ausschließlich mit Plastik verschweißte Papierrollen geladen hatten. Die ersten fünf Stahlbehälter waren Dienstagnachmittag vom Schiff gestürzt - 43 Kilometer nördlich der niederländischen Insel Ameland, wie die Küstenwache mitteilte. Ameland ist etwa 60 Kilometer von der Insel Borkum entfernt.

Am späten Abend dann gingen dann zwei weitere Behälter über Bord des 179 Meter langen und 27 breiten Schiffs. Sie stürzten etwa 60 Kilometer nordwestlich der niederländischen Insel Terschelling in Wasser. Die "OOCL Rauma" kam den Angaben zufolge aus Finnland und war auf dem Weg nach Rotterdam.

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Schiff fuhr außerhalb der Schifffahrtsroute

Als der Frachter den ersten Verlust meldete, sei er außerhalb der üblichen Schifffahrtsroute gefahren, hieß es. Derzeit ankert das Schiff noch nordwestlich von Terschelling. "Das Schiff liegt mit der Vorderseite im Wind und wartet, bis sich das Wetter beruhigt hat, um seine Reise fortzusetzen", teilt die Küstenwache mit.

Havarie der "MSC Zoe" vor einem Jahr

Vor gut einem Jahr, Anfang Januar 2019, hatte der Riesenfrachter "MSC Zoe" ebenfalls in stürmischer Nordsee mehr als 340 Container verloren. An den Stränden sowohl auf deutscher als auch auf niederländischer Seite wurden große Mengen Plastikmüll und andere Gegenstände angespült. Nicht alle Container konnten geborgen werden. Die deutschen und niederländischen Behörden hatten im Dezember einen Zwischenbericht veröffentlicht, die genaue Ursache des schweren und folgenreichen Seeunfalls ist jedoch weiterhin unklar.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 12.02.2020 | 07:30 Uhr

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