Stand: 05.12.2019 19:18 Uhr

Forscher: Dickeres Arktis-Eis hilft Klima nicht

Arktisches Meereis © Sebastian Menze, Alfred-Wegener-Institut Foto: Sebastian Menze
Künstlich erzeugtes Eis in der Arktis könne den globalen Klimawandel nicht aufhalten, sagen Forscher aus Bremerhaven. (Archivbild)

Zehn Millionen Pumpen treiben in der Arktis und erzeugen dort künstlich Eis - das klingt eigentlich nach einem vielversprechenden Plan, um das Abschmelzen aufzuhalten. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven haben mithilfe eines Klimamodells an dieser sogenannten Geo-Engineering-Idee geforscht. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass der globale Klimawandel sich dadurch nicht aufhalten ließe.

Eisschicht hält länger und reflektiert Sonnenlicht

Die Idee stammte von Forschern aus den USA: Die windgetriebenen Pumpen werden in der Arktis verteilt. Sie pumpen im Winter Meerwasser auf das Eis, das Wasser friert an der Oberfläche an. Dadurch wird die Eisschicht dicker, schmilzt nicht so schnell weg und reflektiert weiterhin das Sonnenlicht - wo kein Eis ist, wird der Ozean sonst durch die Sonne erwärmt.

AWI: Keine Auswirkungen auf Rest der Welt

Der Versuch des AWI zeigt dem Institut zufolge, dass der Pumpen-Vorschlag nicht zum Ziel führt. Zwar würde die sommerliche Erwärmung der Arktis abgeschwächt, heißt es. Eisfreie Sommer könnten sogar um Jahrzehnte hinausgezögert werden. Die verstärkte Reflexion des Sonnenlichts wäre jedoch nicht ausreichend, um den Klimawandel außerhalb der Arktis zu bremsen, so die AWI-Wissenschaftler. Die Methode sei daher nicht die richtige, um die Auswirkungen der Klimaveränderung zu lindern.

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