Stand: 24.05.2019 16:58 Uhr

Elsflether Werft: Vermögensarrest teils aufgehoben

Die Vorwürfe gegen die Manager waren im Zusammenhang mit der "Gorch-Fock"-Sanierung bekannt geworden. (Themenbild)

Das Hamburger Landgericht hat am Freitag einen Vermögensarrest gegen einen der beiden früheren Chefs der Elsflether Werft über 3,9 Millionen Euro aufgehoben. Zugriff auf das Geld hat der Ex-Vorstand damit allerdings noch nicht, da ein zweiter Arrest über 8,4 Millionen Euro zunächst weiterhin vorläufig bestehen bleibt. Darüber wird das Gericht sein Urteil am kommenden Mittwoch verkünden.

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"Gorch Fock": Vermögen der Ex-Chefs gepfändet

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Rund 16 Millionen Euro fordert die "Gorch Fock"-Werft in Elsfleth von den Ex-Vorständen zurück. Gerichtlich hat die Werft erwirkt, die Vermögen zu pfänden. Video (04:55 min)

Forderungen von zwei unterschiedlichen Gläubigern

Die Zivilkammer deutete an, dass dieses Vermögen vermutlich beschlagnahmt bleibt, weil der Vorstand seine Pflichten gegenüber der Elsflether Werft verletzt habe und sein unredliches Verhalten fortsetzen könnte. Ein Gerichtssprecher sagte gegenüber NDR.de, dass es bei beiden Arrestbeschlüssen um dieselben Vermögenswerte wie Konten, Versorgungsansprüche und ein Grundstück gehe. Deshalb habe sich die Lage für den Ex-Vorstand durch die Aufhebung des ersten Arrestes kaum verbessert. Gläubiger für die 8,4 Millionen Euro ist nach Angaben des Sprechers die Elsflether Werft AG, die 3,9 Millionen Euro werden dagegen von einem Tochterunternehmen, der Elsflether Werft Verwaltung GmbH, geltend gemacht.

Verdacht der Untreue

Die beiden Ex-Vorstände der Werft stehen unter dem Verdacht, zum eigenen Vorteil unrechtmäßig Geld aus dem Unternehmen gezogen und das durch ein Netzwerk von Tochter- und Unterfirmen verschleiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue, die beiden Manager bestreiten die Vorwürfe. Der neue Vorstand der Werft will mit der Beschlagnahme des Vermögens in Höhe von mehr als zwölf Millionen Euro die Insolvenzmasse sichern. Die Vorwürfe gegen die Ex-Chefs waren durch das Sanierungsdesaster beim Segelschulschiff "Gorch Fock" bekannt geworden.

Tagesschau.de
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"Gorch Fock": E-Mails legen Betrug an Marine nahe

Die Ex-Chefs der Elsflether Werft bestreiten, die Marine bei der Sanierung der "Gorch Fock" betrogen zu haben. Rekonstruierte E-Mails deuten aber darauf hin. Mehr auf Tagesschau.de. (24.05.2019) extern

E-Mails deuten auf Betrug an der Marine hin

Unterdessen erhärtet sich der Verdacht, dass die Ex-Vorstände bei der Instandsetzung der "Gorch Fock" die Marine betrogen haben. Darauf deuten rekonstruierte E-Mails hin, die dem NDR vorliegen. Demnach sollen die beiden Manager Rabatte ihrer Lieferanten nicht an die Marine weitergegeben, sondern selbst kassiert haben. In dem E-Mail-Verkehr überlegen sie, wie sie die illegale Praxis vertuschen können.

Ministerin zu "Gorch Fock": "Bleiben im Kostenrahmen"

Bundesverteidigungsministerin Ursula von Leyen am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Hamburg noch einmal deutlich gemacht, dass bei der Instandsetzung der "Gorch Fock" der Kostenrahmen eingehalten werden muss. "Ich muss auch hier deutlich sagen, wir müssen innerhalb des Budgets bleiben, denn es geht um Steuergeld", so die CDU-Politikerin. "Wir tun alles in diesem Rahmen, dass die 'Gorch Fock' eines Tages wieder auf den Weltmeeren segelt." Die Sanierungskosten werden aktuell auf rund 135 Millionen Euro geschätzt, ursprünglich waren für die Instandsetzung 9,6 Millionen Euro eingeplant.

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Die Bredo-Werft verlangt von der Elsflether Werft für die "Gorch Fock"-Sanierung bis zum 21. Juni eine Zahlung von 4,3 Millionen Euro. Ansonsten werde das Schiff nicht ausgedockt. (20.05.2019) mehr

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Am Freitag ist der Streit über Untreue-Vorwürfe an der Elsflether Werft am Landgericht Hamburg fortgesetzt worden. Eine Entscheidung soll kommende Woche verkündet werden. (17.05.2019) mehr

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"Gorch Fock": "Eine Kette von Fehlern"

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Hallo Niedersachsen | 24.05.2019 | 19:30 Uhr

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