Stand: 07.06.2020 13:48 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Drohbriefe, Messer auf Spielplatz: Derselbe Täter?

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Derselbe Mann, der Messer an Klettergerüsten befestigt hat, soll auch Briefe mit Pulver und Nazi-Parolen verschickt haben. (Themenbild)

Im Fall von Messern, die an Klettergerüsten auf Spielplätzen in Bremen und Niedersachsen angebracht worden sind, sieht die Bremer Polizei einen Zusammenhang mit anderen Taten. Nach Erkenntnissen der Sonderkommission (Soko) handelt es sich "sehr wahrscheinlich" um dieselbe Person, die zahlreiche Briefe mit Pulver verschickt hat. "Die Polizei intensiviert ihre Ermittlungen, erhöht die Präsenzmaßnahmen auf Spielplätzen weiter und sucht Zeugen", teilten die Ermittler am Sonntag mit. Sie gehen davon aus, dass der Täter die Öffentlichkeit in Schrecken versetzen und Aufmerksamkeit erzeugen will. 

Messerfund auf Spielplatz auch in Weyhe

Die 13-köpfige Soko "Spielplatz" ermittelt seit rund zwei Wochen unter Führung der Leitung der Staatsschutzabteilung. Der unbekannte Täter hatte den Angaben zufolge mehrfach Messer an Klettergerüsten so angebracht, dass Kinder sich hätten verletzen können. Auch in Weyhe (Landkreis Diepholz) wurde ein Messer auf einem Spielplatz entdeckt.

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Parteibüros erhalten Briefe mit Pulver

Seit Anfang Januar sind zudem insgesamt 21 Umschläge mit Pulver versandt oder abgelegt worden. Empfänger waren überwiegend Parteibüros in Bremen - in jüngster Zeit seien aber erstmals auch in Niedersachsen acht Pulverbriefe an Parteibüros verschickt worden, "die teilweise Übereinstimmungen mit der Bremer Pulverbrief-Serie aufweisen", so die Polizei Bremen. Oft seien den Sendungen Schreiben mit antisemitischen, rechtsextremen oder ausländerfeindlichen "Hetzparolen" beigefügt, teilten die Ermittler weiter mit.

Pistorius: "Mir fehlen für so etwas die Worte"

Das in den Umschlägen enthaltene Pulver war harmlos. Die Großeinsätze seien jedoch "für die Polizei und Feuerwehr immer immens hoch", betonten die Bremer Beamten, "da anfangs nie klar ist, ob es sich tatsächlich um eine gefährliche Substanz und damit Gefahr handelt." Die Soko stehe in beiden Fällen - den Messerfunden und den Briefen - in engem Austausch mit der niedersächsischen Polizei. Dies bestätigte am Sonntag auch Niedersachsens Innenministerium. "Wir haben es hier mit einem oder mehreren Tätern zu tun, die einerseits Mandatstragenden mit ihren hetzerischen rechtsextremistischen Briefen und vermeintlichen giftigen Substanzen Angst machen wollen und darüber hinaus nicht einmal davor zurückschrecken, Kinder ernsthaft zu verletzen", so Innenminister Boris Pistorius (SPD). "Mir fehlen für so etwas die Worte." Die Polizei werde mit Hochdruck an der Aufklärung arbeiten.

Polizei bittet um Hinweise

Sogenannte Profiler haben ein Profil des Täters erstellt. Sie vermuten einen Mann mittleren Alters, der wahrscheinlich in Deutschland geboren und aufgewachsen sei und sich im Süden Bremens gut auskenne. Er sei vermutlich berufstätig und "verfügt über eine gewisse Grundfitness", heißt es. Die Polizei hat zu den Fällen und den Erkenntnissen eine eigene Internetseite eingerichtet. Sie bittet Personen, die "Hinweise zur Pulverbrief-Serie haben und in diesem Zusammenhang jemanden kennen, der über Pfingsten in Göttingen war", sich unter der Telefonnummer (0421) 36 23 888 beim Kriminaldauerdienst zu melden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.06.2020 | 14:00 Uhr

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