Stand: 03.03.2020 14:17 Uhr

Coronavirus: VW in Emden kontrolliert Lkw-Fahrer

Der Haupteingang des Volkswagen-Werks in Emden. © picture-alliance Foto: Hartwig Lohmeyer
Am VW-Werk in Emden sollen Lieferanten wegen des Coronavirus kontrolliert werden. (Archivbild)

Niedersächsische Unternehmen bereiten sich dieser Tage auf eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus vor. Allein in den sechs VW-Werken im Land gehen täglich Zehntausende Menschen ein und aus. Hinzu kommen Hunderte Lkw-Fahrer, die Fracht anliefern. Das VW-Werk Emden will nun seine Schutzmaßnahmen erhöhen, um das Risiko für die 9.000 Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten, sagte Werksprecher Klaus Fröhling NDR 1 Niedersachsen. So soll etwa jeder Lkw-Fahrer, der auf das Gelände will, überprüft werden.

VIDEO: Coronavirus: Die aktuelle Lage in Niedersachen (4 Min)

Ärzte überprüfen Gesundheitszustand von Lkw-Fahrern

In den kommenden Tagen will VW zwei Container am Werkseingang aufbauen, in denen vier Ärzte, Sanitäter und der Werksschutz untergebracht werden sollen. Vor dem Eingangstor sollen sie den Gesundheitszustand des Fahrers sowie dessen Fahrtroute überprüfen. "Wenn jemand sichtbar krank ist und vorher zum Beispiel durch Italien gefahren ist, darf er nicht aufs Gelände", sagte Fröhling. In diesem Fall würde die Fracht vermutlich abgekoppelt und von anderen Zugmaschinen ins Werk gefahren. Darüber hinaus werde das Gesundheitsamt informiert. Zudem sollen vorerst keine Besucher mehr durch das Werk geführt werden. Der Zukunftstag für 150 Schüler wurde abgesagt.

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Eine Illustration des Coronavirus Sars-CoV-2. | Bild: picture alliance/ZUMA Press © picture alliance/ZUMA Press

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Andere Standorte handhaben es lockerer

Nicht so streng handhaben es andere VW-Werke in Niedersachsen: In Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig, Hannover und Osnabrück sind nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen keine solcher Maßnahmen geplant. Auch der VW-Gesamtkonzern hat keine allgemeingültige Strategie ausgegeben, wie sich die Werke vor dem Coronavirus schützen sollen. An anderen VW-Standorten stehen eher Probleme mit dem Nachschub aufgrund geschlossener Werke in China und geschlossener Zulieferbetriebe im Vordergrund. Da sei es vor allem darum gegangen, die Produktionskette aufrechtzuerhalten, sagte ein Konzernsprecher.

VW-Werk Emden braucht jeden Mitarbeiter

In Emden wird derzeit jeder Mitarbeiter für die Produktion gebraucht. Denn das dort gefertigte neue Modell, der Shooting Break, steht kurz vor der Markteinführung. Nach der Passat-Flaute hatte das Werk eine von vier Schichten gestrichen, inzwischen aber mehr als 180 Arbeiter zurückgeholt, die vor einigen Monaten nach Kassel oder zu Porsche nach Stuttgart versetzt worden waren. Angesichts dessen kann VW in Emden derzeit keinen größeren Krankenstand oder viele Mitarbeiter in Quarantäne gebrauchen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.03.2020 | 12:30 Uhr

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