Stand: 27.11.2018 09:48 Uhr

Die Erde bebt, seien Sie unbesorgt!

Die Erdbeben entstehen in etwa der gleichen Tiefe wie die Erdgas-Lagerstätten.

Eine gute und eine schlechte Nachricht waren es, die am Montagabend rund 200 Lastruper und Bürger umliegender Gemeinden zu hören bekamen. Sie waren ins Feuerwehrhaus von Lastrup gekommen, eingeladen hatten der Landkreis Cloppenburg und das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG). Thema des Informationsabends: die Erdbeben der vergangenen Wochen, ausgelöst durch die Erdgasförderung. Eines der Beben war sogar das stärkste der letzten 14 Jahre in ganz Niedersachsen. Ein Zusammenhang zwischen Erdgasförderung und Beben besteht laut Landesamt. Die Bewohner der Region sind verunsichert.

Genaue Ursachen für Beben sollen erforscht werden

Die gute Nachricht war, dass wirklich gefährliche Beben, die Häuser zum Einstürzen bringen, nicht zu befürchten seien. Die schlechte Nachricht: Auch in Zukunft müssen die Lastruper wie auch die Bewohner anderer Erdgasfördergebiete in Niedersachsen mit leichteren Erdbeben rechnen. Die genauen Ursachen würden nun mit wissenschaftlichen Studien und neuen Messstationen erforscht, so die Vertreter von Landkreis und Landesamt.

Mehrere Indizien für Zusammenhang

Laut Landesamt und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ist der Zusammenhang zwischen Erdbeben und Erdgasförderung belegt. Indizien dafür sind:

  • Erdbeben sind lokalisiert in räumlicher Übereinstimmung mit den Erdgasfeldern (Epizentren). Im weiteren Umfeld (geologisch und tektonisch vergleichbar) gibt es keine Erdbeben
  • Herdtiefen im Tiefenniveau der Lagerstätten
  • Erdbeben treten erst nach dem Beginn der Förderung auf

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Nach vier Erdbeben sind viele Bürger in der Region um Lastrup verunsichert.
Entschädigung für Betroffene

Die Grünen fordern derweil, die Gassuche und - produktion einzustellen, bis alle Zusammenhänge geklärt sind. Das Unternehmen Exxon hingegen will weiterfördern. Die Bürger, deren Häuser beschädigt werden, würden unbürokratisch entschädigt, versicherte ein Unternehmenssprecher. Allein nach den vier Erdbeben in Lastrup hatten fast 30 Hauseigentümer Schäden gemeldet. Die Hälfte der Verfahren sei bereits abgeschlossen.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.11.2018 | 07:00 Uhr

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