Stand: 09.07.2020 06:44 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Airbus: Kampf für Erhalt der Arbeitsplätze

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Die IG Metall hat aus Protest gegen geplante Stellenstreichungen einen Aktionstag bei Airbus und Premium Aerotec veranstaltet. (Archivbild)

An mehreren norddeutschen Standorten haben Mitarbeitende des Flugzeugbauers Airbus gegen den geplanten Stellenabbau protestiert. Die Gewerkschaft IG Metall veranstaltete am Mittwoch an allen Standorten einen Aktionstag. In Niedersachsen legten Beschäftigte in Stade sowie bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec in Varel (Landkreis Friesland) und Nordenham (Landkreis Wesermarsch) die Arbeit nieder.

Airbus-Beschäftigte kämpfen um ihre Arbeitsplätze

Hallo Niedersachsen -

Um gegen die Sparpläne bei Airbus zu protestieren, haben Beschäftigte des Flugzeugbauers und der Tochterfirma Premium Aerotec ihre Arbeit niedergelegt, auch in Nordenham.

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Althusmann: Betriebsbedingte Kündigungen vermeiden

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) war bei Premium Aerotec in Varel zu Gast. Mehrere Hundert Mitarbeitende waren dort der Einladung der Gewerkschaft zu einer "kreativen Mittagspause" vor dem Werkstor gefolgt. Er unterstütze die Forderungen der IG Metall und der Betriebsräte, sagte Althusmann. "Das Signal lautet deutlich: Betriebsbedingte Kündigungen müssen vermieden werden", so der Minister. "Das ist meine persönliche Erwartung an die nächsten Wochen."

24 Monate Kurzarbeit, kürzere Wochenarbeitszeit

Am Montag will sich Althusmann mit seinen Kollegen aus den anderen norddeutschen Ländern treffen, um eine Kurzarbeiter-Regelung für 24 Monate in der Luftfahrtbranche auf den Weg zu bringen. Damit und mit verkürzter Wochenarbeitszeit soll die Auslastungslücke möglichst lange überbrückt werden, ohne dass Beschäftigte entlassen werden. Das werde Airbus vorgeschlagen, so der Minister. Außerdem will das Land den Umfang von Forschungsgeldern für die Flugzeugbranche von 20 auf 40 Millionen Euro erhöhen.

Betriebsrat zufrieden mit Engagement des Landes

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Thomas Busch zeigte sich zufrieden. "Alle stehen hinter diesem Standort, hinter Premium Aerotec, und das kann ich auch für Nordenham und Bremen sagen. Das Land will alles dafür tun, dass sich diese Standorte mit den Beschäftigten halten. Das finde ich ein tolles Signal", sagte Busch.

Tausende Jobs in Gefahr

In der Corona-Krise waren die Flugzahlen eingebrochen, neue Maschinen werden nicht bestellt. So geriet der Flugzeugbauer ins Taumeln. Mehr als 5.000 Stellen sollen deutschlandweit gestrichen werden. Allein in Nordenham stehen mehr als 1.100 Stellen auf der Streichliste. In Varel geht es um 540 Jobs. Im Airbus-Werk in Hamburg sind 2.300 Arbeitsplätze gefährdet. Dort wurden am Mittwoch im Rahmen der Protestaktionen 2.000 leere Stühle vor dem Haupteingang aufgestellt. In Bremen droht der Wegfall von 1.000 Stellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 08.07.2020 | 12:00 Uhr

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