Ein Angeklagter befindet sich in einem Gerichtssaal. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze

Prozess um Dreifachmord in Bispingen: Angeklagter schweigt

Stand: 16.11.2021 18:39 Uhr

Vor dem Landgericht Lüneburg hat am Mittag der Prozess um den Dreifachmord von Bispingen begonnen. Angeklagt ist ein 35-Jähriger, der seine Freundin und deren Kinder brutal getötet haben soll.

Auch zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte weiterhin. Der erste Verhandlungstag endete bereits nach wenigen Minuten - es wurde lediglich die Anklage verlesen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Mord in drei Fällen, schweren sexuellen Missbrauch von Kindern mit Todesfolge sowie eine Vergewaltigung mit Todesfolge vor. Zudem habe er bei den brutalen Geschehnissen in den frühen Morgenstunden des 16. Mai in Bispingen (Heidekreis) seinen Geschlechtstrieb durch Strangulation und Vergewaltigung befriedigt, sagte Staatsanwalt Jochen Kaup am Dienstag vor der 4. Großen Strafkammer.

DNA-Spuren belasten Angeklagten

Der 35-Jährige sei in die Wohnung seiner 35-jährigen Lebensgefährtin gegangen und habe sie erdrosselt, heißt es in der Anklage. Außerdem habe er den vierjährigen Sohn und die elfjährige Tochter getötet. Das Mädchen galt zunächst als vermisst, die Leiche wurde zwei Tage später an einem Waldweg gefunden.

Die Staatsanwaltschaft habe bei ihren umfangreichen Ermittlungen DNA-Spuren am Tatort sichergestellt, sagte Gerichtssprecherin Christina Edinger dem NDR in Niedersachsen. Diese Spuren deuteten auf den Beschuldigten hin.

Lebenslange Haftstrafe und Sicherungsverwahrung möglich

Der 35-jährige gebürtige Bremer sitzt seit seiner Festnahme im Mai in Untersuchungshaft. Im Fall einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe, möglicherweise mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Zudem kommt nach Ansicht der Staatsanwaltschaft eine Sicherungsverwahrung in Betracht.

Das Medieninteresse an dem Prozess ist groß, coronabedingt sind die Plätze im Saal jedoch begrenzt. Acht Plätze für die Presse mussten ausgelost werden.

Urteil im Februar?

Es sind zunächst zwölf Verhandlungstage angesetzt, der Prozess soll im Februar abgeschlossen sein. Bis dahin wird das Gericht vier Sachverständige anhören und zahlreiche Zeugen befragen.

Weitere Informationen
Polizeiabsperrung vom Tatort in Bispingen. © dpa-Bildfunk

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Der Mann soll im Mai seine Lebensgefährtin und deren Kinder getötet haben. Die Tochter galt zunächst als vermisst. (01.09.2021) mehr

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Aktuell | 16.11.2021 | 15:00 Uhr

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