Stand: 01.12.2017 07:26 Uhr

Zukunftspreis geht an Forscher der Uni Hannover

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Die Forscher Simon Haddadin, Sami Haddadin und Sven Parusel (v.l.) haben den Deutschen Zukunftspreis erhalten.

Ein großer Abend für den Roboter-Experten Sami Haddadin von der Leibniz Universität Hannover: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ihm am Mittwoch in Berlin den Deutschen Zukunftspreis verliehen. Gemeinsam mit seinem Bruder Simon und dem dritten Teammitglied, Sven Parusel, erhielt Hadaddin die Auszeichnung für die Entwicklung eines Roboters, der dem Menschen in neuer Weise assistieren soll - in einer Vielzahl von Bereichen von der Industrie bis zur Pflege. Das Konzept "für kostengünstige, flexible und intuitiv bedienbare Roboter" mache Automaten zu Helfern des Menschen, teilte das Bundespräsidialamt mit. Das Team war eines von dreien, die für den Deutschen Zukunftspreis nominiert waren.

Prof. Dr. Sami Haddadin im Hallo Niedersachsen Studio.

Zukunftspreis: Forscher der Uni Hannover geehrt

Hallo Niedersachsen -

Von Spülmaschine einräumen bis Blutdruck messen: Der Roboter von Sami Haddadin und seinem Team soll zukünftig dem Menschen assistieren. Dafür gab es jetzt den Zukunftspreis.

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250.000 Euro für das Siegerteam

Die Auszeichnung gilt als einer der bedeutendsten Wissenschaftspreise in Deutschland und ist mit 250.000 Euro dotiert. Preisträger Sami Haddadin ist Direktor am Institut für Regelungstechnik der Leibniz Universität und wurde kürzlich als Professor für Robotik und Systemintelligenz an die Technische Universität München berufen.

Die Maschine wird teamfähig

Der Deutsche Zukunftspreis würdigt Errungenschaften in Technik und Innovation. Das Innovative am Roboter von Sami Haddadin ist die weitere Annäherung der Maschine an den Menschen. Sie wird nun sozusagen teamfähig, wie die Entwickler erklären. Unter anderem habe man sich bestimmte Eigenschaften beim Menschen abgeguckt, um einen sicheren, intelligenten und verlässlichen Assistenten zu schaffen.

Vorhersehbares Verhalten durch menschenähnliche Reflexe

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Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übergab den Zukunftspreis am Mittwochabend in Berlin.

Dazu gehört zum Beispiel Feinfühligkeit. Bisher seien Industrieroboter durch Absperrungen von Menschen getrennt, um Verletzungen zu verhindern. Der neue Roboter mit dem Namen "Garmi" reagiert nach Angaben der Entwickler dagegen blitzschnell auf Kontakt, sodass gefährliche Kollisionen ausgeschlossen sein sollen. Er habe empfindliche Sensoren in sämtlichen Gelenken und führe Bewegungen so aus, wie sie auch beim Menschen verlaufen würden. Das mache das Verhalten des Roboters gut einschätzbar. Tätigkeiten, die er ausführen soll, brauche man ihm außerdem nur einmal vorzumachen. Das neue Wissen kann der Roboter dann auch auf andere Situationen übertragen - ein Azubi, der schnell lernt.

"Garmi" wird zum Alltagshelfer

"Garmi" ist 1,40 Meter groß, hat einen rundlichen Kopf und zwei Arme. Im kommenden Jahr soll dieser Prototyp bei einem Probelauf als Alltagshelfer getestet werden, der zum Beispiel Tabletts von A nach B bringt. Möglich, dass so ein Roboter auch in der Telemedizin einsetzt werden könnte, so Haddadin. Ärzte könnten sich in den Roboter einwählen und den Patienten abhören und bei ihm Blutdruck messen. Gerade in ländlichen Gegenden, wo es immer weniger Ärzte gebe, seien so Hausbesuche möglich, so der Forscher.

"Der Mensch stand als Vorbild im Mittelpunkt"

"Uns war es immer wichtig, den Menschen als Vorbild zu sehen und zu überlegen, woher er jene Fähigkeiten hat, die ihn einer Maschine so überlegen machen, gerade bei Eigenschaften wie der Feinfühligkeit", erklärte Sami Haddadin vor der Preisverleihung. "Menschen sind Robotern immer noch haushoch überlegen, weil sie nicht nur die Fähigkeit des abstrakten Denkens, sondern auch die weitaus bessere Motorik haben. So stand für uns immer der Mensch als Vorbild und Nutzer im Mittelpunkt: einerseits für das Design und die Interaktion mit der Maschine, andererseits für das technische Imitieren dieser Fähigkeiten."

Die Ära der Kooperation von Mensch und Maschine

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"Menschen sind Robotern immer noch haushoch überlegen", sagt Sami Haddadin.

Haddadins Vision ist es nicht, Menschen durch Roboter zu ersetzen. Er hofft vielmehr, dass seine Maschine dem Menschen gefährliche und besonders anstrengende Arbeiten abnehmen kann: "Was hat die Menschheit vermutlich am meisten vorangebracht? Unsere Werkzeuge, nichts anderes. Wir sind gerade an der Schwelle zu einer völlig neuen Ära der Menschheit, in der Menschen und komplexe autonome Maschinen gemeinsam den Alltag bestreiten werden."

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 30.11.2017 | 19:30 Uhr

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