Stand: 04.10.2019 15:24 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Wenn ich OB werde ... Iyabo Kaczmarek

Iyabo Kaczmarek tritt als parteilose Kandidatin zur OB-Wahl in Hannover an.

Die Wahl rückt näher und zehn Kandidatinnen und Kandidaten treten an: Am 27. Oktober wählt Hannover einen neuen Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin. NDR.de hat allen im Vorfeld der Wahl einen Fragebogen mit sechs Fragen zugeschickt. Lesen Sie hier die Antworten der Kandidatin Iyabo Kaczmarek (parteilos) zu den Themen Zukunft des Ihme-Zentrums, zur umstrittenen Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas und den hohen Feinstaubwerten in der Stadt.

Die Stadt ist mit den letzten Investoren für das marode Ihme-Zentrum regelmäßig auf die Nase gefallen. Was erwarten Sie von dem neuen Investor?

Aus einem Gespräch mit dem Verwalter des Ihme-Zentrums wurde deutlich, dass Herr Windhorst im guten Dialog mit den Eigentümer*innen stehen soll. Das ist ein guter Anfang. Jetzt müssen Taten folgen. Der Investor muss seiner Verantwortung, das Ihme-Zentrum zu sanieren, natürlich nachkommen. Wir haben die Chance, das Ihme-Zentrum zu einem Leuchtturmprojekt für eines der größten baulichen Umgestaltungsvorhaben Europas zu machen. Das muss unser Ziel sein. Und um das Ihme-Zentrum in die Zukunft zu führen, muss sich auch die Stadt verantwortlich zeigen und dies mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen.

Hannover will Kulturhauptstadt werden und nimmt dafür Millionen Euro in die Hand, es gibt aber drängendere Notstände in dieser Stadt. Finden Sie, dass das die richtige Priorität ist?

Kultur bedeutet ja nicht nur Tanz, Theater und Musik. Kultur in all ihrer Vielfalt ist das Herz einer Stadt, das den Dialog der Menschen in Hannover fördert und unterstützt. Der Kulturbegriff muss anders gedacht und definiert werden. Kultur ist auch Bildung, Soziales, Sicherheit, Wirtschaft und vor allem die Verständigung der Menschen in Hannovers Stadtgesellschaft. Ich arbeite seit 20 Jahren in diesem Bereich. Hier zu investieren ist unabdingbar.

Hannover liegt bei den Feinstaubwerten über dem Limit, bisherige Maßnahmen bringen offenbar keinen Erfolg. Wie sieht Ihre Lösung aus?

Wir müssen attraktive Mobilitätskonzepte außerhalb der motorisierten Mobilität entwickeln, fördern und stärken. An oberster Stelle muss doch die gesunde Stadt für alle Hannoveranerinnen und Hannoveraner stehen. Es braucht ein gesundes Stadtklima, das alle Aspekte einbezieht. Dazu zählt auch die Begrünung von innerstädtischen öffentlichen Räumen.

Viel zu wenig Wohnraum und ständig steigende Mietpreise. Wie wollen Sie diese Probleme ganz konkret lösen?

Ich verfolge den Ansatz, dass Wohnraum vor Gewerbe stehen muss. Leer stehende Gewerbeflächen müssen für Wohnbebauung umgenutzt werden. Die Stadt muss ihr Vorkaufsrecht auf Immobilien und Flächen viel stärker in Anspruch nehmen, um Wohnraum zu schaffen. Dieser muss, unabhängig von der sozialen Bindung, allen Menschen zugutekommen. Ich möchte darüber hinaus Baugenossenschaften fördern, die im Sinne des Gemeinwohls selbst bauen. Im Schulterschluss mit der Region muss auch dort das Leben attraktiv gestaltet werden.

Die Rathausaffäre hat Hannover bundesweite Negativ-Schlagzeilen gebracht und Vertrauen bei Bürgerinnen und Bürgern sowie Mitarbeitenden beschädigt. Welche Strukturen wollen Sie im Rathaus ändern, um so etwas künftig zu verhindern?

Dazu müsste man erst mal sehen, welche Strukturen es gibt. Das muss dann analysiert werden. Wertschätzung, Kommunikation und Transparenz können dabei helfen, Verwaltungsebenen untereinander näher zusammenzubringen und Vertrauen zwischen Verwaltung und Bürger*innen zu schaffen. Dazu könnten Verantwortungsbereiche auf mehrere Schultern verteilt werden.

Lange Wartezeiten für Kita-Plätze, bei der Kfz-Anmeldung und bei Bauanträgen: Welche Ideen haben Sie, um hier künftig Abhilfe zu schaffen?

Wir müssen Verwaltungsprozesse sinnvoll und nachhaltig digitalisieren und mehr Raum für die individuelle Beratung des einzelnen schaffen. Dafür muss man erst einmal analysieren, welche Verwaltungsstrukturen durch digitale Lösungen unterstützt und beschleunigt werden können und dabei Experten einbinden. Neben digitalen Prozessen müssen vor allem in den Stadtteilen unabdingbar attraktive Personalstellen geschaffen und ausgebaut werden, um Einzelbedarfen durch persönliche Beratung nachkommen zu können.

Antworten der anderen Kandidaten

Wenn ich OB werde ... Marc Hansmann

Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Marc Hansmann (SPD). mehr

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Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen). mehr

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Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Joachim Wundrak (AfD). mehr

Wenn ich OB werde ... Jessica Kaußen

Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Jessica Kaußen (Die Linke). mehr

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Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Bruno Adam Wolf (Piraten). mehr

Wenn ich OB werde ... Catharina Gutwerk

Zehn Bewerber, sechs Fragen: NDR.de nimmt die Kandidatinnen und Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover unter die Lupe. Hier die Antworten von Catharina Gutwerk (Die PARTEI). mehr

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Wenn ich OB werde ... Julian Klippert

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.10.2019 | 08:00 Uhr

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