Weniger Alltagskriminalität in Niedersachsen

Stand: 15.09.2022 19:48 Uhr

In Niedersachsen hat es 2021 knapp sechs Prozent weniger strafrechtliche Verurteilungen gegeben als 2020. Aber: Mit knapp 26 Prozent war der Anstieg im Bereich der Kinderpornografie besonders groß.

Das geht aus der Strafverfolgungsbilanz für 2021 hervor, die das niedersächsische Justizministerium am Donnerstag vorgestellt hat. Die Zahl der Verurteilungen ging demnach im Vergleich zum Vorjahr um knapp sechs Prozent auf 62.474 zurück. Im Zehn-Jahres-Vergleich beträgt der Rückgang 18 Prozent. Justizministerin Barbara Havliza (CDU) führt die Entwicklung auf die Corona-Pandemie zurück. Durch die Kontaktbeschränkungen habe es weniger Alltagskriminalität gegeben. Zugleich verwies Havliza aber auch auf die Zunahme der Verurteilungen bei bestimmten Delikten. Gestiegen sei die Zahl bei Kinderpornografie, Beleidigungen, Gewalt gegenüber Amtsträgern sowie illegalen Autorennen.

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297 Verurteilungen wegen Kinderpornografie

Dem Ministerium zufolge gab es knapp 26 Prozent mehr Verurteilungen wegen der Verbreitung, des Erwerbs und Besitzes kinderpornografischer Inhalte. 2020 kam es hier zu 219 Verurteilungen, im vergangenen Jahr waren es 297. "Die immer einfachere Verbreitung von Kinderpornografie ist eine der dunkelsten Kehrseiten der Digitalisierung", sagte Havliza. Die Ministerin erläuterte, dass in diesem Bereich mit immer höherem Druck ermittelt werde, gleichzeitig kämen immer mehr Hinweise aus dem Ausland, vor allem aus den USA. Razzien sorgten dafür, dass mehr Fälle von Kinderpornografie aufgedeckt werden könnten. Havliza verwies außerdem darauf, wie belastend die Arbeit für Ermittlerinnen und Ermittler sei. Man arbeite daran, solche Bilder mit künstlicher Intelligenz auszuwerten, dennoch brauche man mehr Personal.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.09.2022 | 12:00 Uhr

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