Stand: 18.04.2019 08:28 Uhr

Jäger gegen Wolfsschützer: Waldsperrung erlaubt

Neue Wendung im Streit um den Zugang zu Waldstücken in Steimbke im Landkreis Nienburg: Der Umweltdezernent des Landkreises hat gegenüber dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen bestätigt, dass die am Mittwoch heiß diskutierte Sperrung im Ortsteil Sonnenbostel rechtens ist. "Grundsätzlich ist es dann aber so, dass der einzelne Waldbesitzer, dessen Gebiet gesperrt werden soll, bei uns diesen Antrag stellen muss", sagte Dezernent Lutz Hoffmann. Das könne man auch in einer Gruppe beantragen. Grund für die Maßnahmen sind Aktionen von Aktivisten, die nachts rund um Steimbke unterwegs sind, um den Rodewalder Leitwolf vor einem Abschuss zu schützen. Weil das auch Wildschweine vor der Bejagung bewahrte, die danach Flurschäden anrichteten, verwehrten Eigentümer Bürgern für eine Woche über abends und in der Nacht den Zugang zu 1.700 Hektar Wald und Wiesen.

Verwirrung um Betretungsverbot

Dies hatte im Landwirtschaftsministerium zu Irritation geführt. "Das Niedersächsische Jagdrecht bietet nicht die Möglichkeit, Wald zu sperren", sagte eine Sprecherin am Mittwochvormittag auf der Landespressekonferenz. Offenbar ging man zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass es sich bei denjenigen, die das Betretungsverbot ausgesprochen hatten, um Mitglieder der Jagdgenossenschaft Sonnenbostel handele. Im Laufe des Tages stellte sich dann laut Hallo Niedersachsen heraus, dass die Eigentümer der Waldstücke gleichzeitig als Jäger in dieser Jagdgenossenschaft organisiert sind.

Landwirt: Wildschweine zerstören Äcker

Waldbesitzer und Landwirt Tobias Göckeritz hatte betont, dass das Ziel des Betretungsverbots nicht sei, endlich den Wolf zu erlegen. Das eigentliche Ziel sei, mehr Wildschweine zu schießen. "Die Wildschweine zerstören momentan massiv unsere Wiesen und Äcker und richten erheblichen Schaden an", sagte Göckeritz NDR 1 Niedersachsen. Auch die Afrikanische Schweinepest mache Abschüsse erforderlich, ergänzte der Halter von 200 Zuchtsauen im NDR Fernsehen. Durch die Jagdstörungen seien deutlich weniger Wildschweine erlegt worden. Zudem solle durch das Betretungsverbot verhindert werden, dass bei der Jagd Menschen verletzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Hallo Niedersachsen | 17.04.2019 | 19:30 Uhr

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