Stand: 21.01.2020 19:39 Uhr

Verkehrswende: Region Hannover legt Programm vor

Ein Bus fährt im Morgengrauen am Lister Platz in Hannover vor. © dpa-Bildfunk Foto: Sonja Wurtscheid
Die Region Hannover Hannover will den öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen.

Mit einem Zehn-Punkte-Programm will die Region Hannover die Verkehrswende vorantreiben. Am Dienstag hat der Kommunalverband gemeinsam mit den hannoverschen Verkehrsbetrieben Üstra ein entsprechendes Papier vorgestellt. Die Region will den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Unter anderem sollen mehr Fahrzeuge für die Stadtbahn angeschafft, die U-Bahnstation Hauptbahnhof saniert und mehrgeschossige Park-and-Ride-Anlagen gebaut werden. "Wenn wir ernsthaft Klimapolitik betreiben wollen, müssen wir die Alternativen zum Auto stärken", sagte der Verkehrsdezernent der Region, Ulf-Birger Franz. "Das geht nur mit einem Mix von Maßnahmen. Der Ausbau des ÖPNV ist ein wesentlicher Baustein." Die Region Hannover setzt zum einen auf eine Verstärkung der Öffi-Angebote, zum anderen aber auch darauf, das Angebot attraktiver zu machen.

Schienennetz-Ausbau geplant

Dem Programm zufolge ist geplant, die Üstra-Stadtbahnflotte bis 2035 um ein Drittel aufzustocken. Das sind rund 100 Fahrzeuge mehr als bislang. Die Region und die Üstra erklärten, dass man sich zum Ziel gesetzt habe, neue Stadtbahnstrecken zu bedienen und auf bestehenden Linien längere Stadtbahnzüge und engere Takte zu fahren. Im Rahmen der Sanierung der Station Hauptbahnhof würden die Planer auch im Blick haben, dass der Hauptbahnhof Hannover um zwei Gleise erweitert werden könnte, hieß es. Es biete sich die Chance, die zentrale Umsteigestation Hauptbahnhof leistungsfähig, und zukunftsfähig umzugestalten, sagte der Chef der Infrastrukturgesellschaft Region Hannover, Christian Weske. Volkhardt Klöppner, Vorstandsvorsitzender der Üstra, ergänzte: "Wir haben uns für dieses Jahrzehnt viel vorgenommen."

Sprintlinien und Wasserstoff-Antriebe

Auch im Busverkehr sind Änderungen geplant. So sollen zwei der neuen sogenannten sprintH-Linien, die eine schnelle Verbindung vom Umland nach Hannover sicherstellen, Ende 2020 in die hannoversche Innenstadt verlängert und im Takt verdichtet werden. "Wenn man kurzfristig Maßnahmen umsetzen möchte, die zur Verkehrswende beitragen, dann ist dafür der Busverkehr besonders geeignet", sagte Regiobus-Geschäftsführerin Elke van Zadel. Mit der Einführung der sieben sprintH-Linien habe man Ende des letzten Jahres ein Ausrufezeichen gesetzt. Bereits in diesem Jahr werden Regiobus und die Üstra den Fahrbetrieb mit Wasserstoffbussen testen. Auf dem neuen Regiobus-Betriebshof in Gehrden soll dann eine Wasserstoff-Tankstelle mit grüner Wasserstoffproduktion gebaut werden. Neben der Elektromobilität will regiobus so eine weitere Zukunftstechnologie insbesondere für Überlandstrecken einführen. Ebenfalls zeitnah will die Region den Regionalexpress von Bremen über Neustadt nach Hannover verstärken.

Fahrradtürme vorgesehen

Auch für die Pendlerinnen und Pendler, die mit dem Rad zum Bahnhof fahren, will die Region noch einmal aufrüsten und plant zusätzlich mindestens 10.000 Abstellplätze. Möglich wird das, weil die Region auch hier auf Mehrgeschossigkeit setzt. So seien nach Wunstorf auch am Bismarckbahnhof in Hannover sowie in Mellendorf und Lehrte vollautomatische Fahrradtürme vorgesehen. Kleinere Anlagen und Doppelstockgaragen sind in Bennemühlen, Bissendorf, Großburgwedel, Hämelerwald, Langenhagen Pferdemarkt, Springe und Weetzen vorgesehen, wie die Region mitteilte.

Jugendfahrkarte auch für Auszubildende

Um das Fahren mit Bus und Bahn noch attraktiver zu machen, arbeitet der Großraumverkehr Hannover (GVH) zudem an Angeboten für spezielle Zielgruppen. Die Jugend-Netzkarte für 15 Euro im Monat soll künftig auch Auszubildenden zur Verfügung stehen. Bei den Monatskarten im Abo soll eine Partner-Karte zum halben Preis eingeführt werden. Und Menschen im Ruhestand könnten in Zukunft für 30 Euro im Monat mit der Seniorenkarte durchs gesamte Tarifgebiet fahren. Diese Vorschläge müssten aber noch in der Politik diskutiert und beschlossen werden, hieß es.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 21.01.2020 | 17:00 Uhr

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