Stand: 15.04.2019 21:15 Uhr

Urteil: Mieter darf Katze behalten

Ein Mann in Hannover darf auch gegen den Willen seiner Vermieterin eine Katze halten. Das hat das Amtsgericht Hannover am Montag entschieden. Die Vermieterin hatte den Mann verklagt, weil dieser das Tier ohne Absprache in seiner Wohnung in Hannover hält. Die Kammer sah die Klage als nicht ausreichend begründet an. Der Mieter wollte das Tier behalten, weil er aus gesundheitlichen Gründen auf die Katze angewiesen sei. Sein Arzt habe ihm ein Haustier empfohlen, es decke soziale Bedürfnisse ab und diene als Mitbewohner. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Klägerin hat nun einen Monat Zeit, um in Revision zu gehen.

Mietvertrag sieht Absprache bei Haltung von Katzen vor

Der Beklagte wohnt seit 2014 in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Hannover-Döhren. Laut Mietvertrag ist die Haltung von Kleintieren wie Wellensittichen, Zierfischen, Hamstern und Schildkröten ohne Zustimmung der Vermieterin erlaubt. Alle anderen Tiere, insbesondere Hunde und Katzen, dürfen demnach nur mit der Zustimmung der Vermieterin gehalten werden, heißt es vom Amtsgericht. Allerdings, so Gerichtssprecherin Catharina Erps, ist eine derart pauschal formulierte Klausel nicht zulässig. Einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe zufolge müssen im Mietvertrag Bedingungen für die Anschaffung eines Haustieres genannt werden. Diese können sich beispielsweise auf die Größe, Menge und Haltungsform der Tiere beziehen. Da nichts dergleichen in dem Vertrag formuliert ist, musste das Amtsgericht in diesem Fall die Interessen beider Parteien gegeneinander abwägen. Dabei kam laut Gericht heraus, dass der Mieter mit dem Verweis auf seinen gesundheitlichen Zustand bessere Gründe für die Haltung hatte als die Vermieterin, die keine vergleichbaren Gründe dagegen halten konnte.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 25.03.2019 | 09:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:30
Hallo Niedersachsen
04:24
Hallo Niedersachsen
04:02
Hallo Niedersachsen