Stand: 21.03.2017 08:02 Uhr

Stichwort: Habitatbäume

von Katrin Kampling

Was sind Habitatbäume?

Üblicherweise sind Habitatbäume ältere Bäume, deren Holz für kommerzielle Nutzung immer uninteressanter wird. Sie haben zum Beispiel Spechthöhlen, Blitzschäden, ihre Rinde löst sich, sie haben Pilzbefall oder faulige Stellen. Das macht sie zu den perfekten "Wohnbäumen": Unzählige Tierarten finden in ihnen ein Zuhause, aber auch Pilze und Pflanzenarten sind von ihnen abhängig. Habitatbäume werden auch Biotopbäume genannt - allerdings ziehen beispielsweise Geobotaniker die Bezeichnung "Baum als Lebensraum" vor.

Warum sind Habitatbäume wichtig?

Sie schützen die Artenvielfalt in unseren Wäldern. Allerdings haben die meisten Bäume keine Chance, zu einem Habitatbaum zu werden: Üblicherweise werden sie geschlagen, bevor sie knorrig werden und natürliche Höhlen ausbilden. Eine Buche kann zum Beispiel 300 Jahre alt werden, aber wird wegen ihres Holzes spätestens nach 130 Jahren geschlagen. Zu einem Habitatbaum wird sie jedoch üblicherweise erst im hohen Alter.

Stehen Habitatbäume unter Schutz?

Jein. Baumbesitzer dürfen nicht einfach ohne Not Bäume fällen, denn das ist unter dem Bundesnaturschutzgesetz erst einmal grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es dafür einige Ausnahmen, wie wenn der Baum durch einen drohenden Sturz Passanten gefährdet. Häufig sorgen lokale Baumschutzverordnungen für zusätzlichen Schutz. Im Kreis Nienburg gibt es so eine Verordnung aber nicht. Habitatbäume sind zwar immer durch das Bundesartenschutzgesetz vor dem Fällen geschützt, wenn sie von geschützten Tieren bewohnt werden, also beispielsweise von Fledermäusen. Aber der Baumbesitzer muss sich selbst informieren, ob er den Baum fällen darf oder ob er dabei einen artenschutzrechtlichen Verstoß begeht.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 21.03.2017 | 06:30 Uhr