Stand: 01.07.2020 15:30 Uhr

Sennheiser plant Abbau von rund 650 Stellen

Produktion von Sennheiser-Mikrofonen in Wedemark bei Hannover © dpa
Beim Audiotechnik-Hersteller Sennheiser sollen rund 650 Jobs wegfallen. (Archivbild)

Der Audio- und Mikrofonspezialist Sennheiser aus der Gemeinde Wedemark (Region Hannover) will bis Ende 2022 rund 650 Stellen streichen - rund 300 davon in Deutschland. Man erwarte für das laufende Geschäftsjahr einen deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ertrag, hieß es am Mittwoch bei der Präsentation der Jahresbilanz. Ein Grund sei unter anderem die deutlich sinkende Nachfrage wegen der Corona-Pandemie.

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Keine betriebsbedingten Kündigungen geplant

Der Stellenabbau soll den Angaben zufolge möglichst sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Konkrete Konzepte würden derzeit von der Unternehmensspitze mit dem Betriebsrat ausgearbeitet. Unter anderem sollen offene Stellen nicht nachbesetzt werden und den Mitarbeitern Altersteilzeit, Vorruhestand oder Abfindungen angeboten werden. Sennheiser beschäftigt weltweit rund 2.800 Mitarbeiter - die Hälfte davon in Deutschland.

Einbruch bei Kopfhörern und Mikrofonen

Dem Weltmarktführer vieler Audio- und Mikrofon-Produkte macht die Corona-Krise mächtig zu schaffen. In den vergangenen Monaten brach zum Beispiel der Umsatz von Sennheiser-Kopfhörern um bis zu 40 Prozent ein. Sennheiser führt dies vor allem auf die wochenlange Schließung der Elektronik-Märkte in vielen Ländern zurück. Zudem brächten abgesagte Konzerte viele Verleiher und andere Dienstleister in Existenznot. Das habe deutliche Auswirkungen auf den Verkauf von Mikrofonen. Für das Geschäftsjahr 2019 wies Sennheiser nach Steuern einen Verlust von 3,1 Millionen Euro aus. Im Jahr zuvor hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 800.000 Euro erwirtschaftet.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.07.2020 | 12:00 Uhr

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