Stand: 15.09.2018 09:20 Uhr

Otte-Kinast: Schweinepest ist "handfeste Bedrohung"

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Bei den in Belgien tot aufgefundenen Wildschweinen wurde die Seuche nachgewiesen. (Themenbild)

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) droht zu einer ernsten Gefahr für die deutsche Schweinezucht zu werden. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte am Donnerstag den Fund von zwei infizierten Wildschweinen in Belgien bestätigt. Am Freitag sprach Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) "von einer handfesten Bedrohung vor der Haustür". "Den Ausbruch der Schweinepest so dicht an der deutschen Grenze nehmen wir sehr ernst", sagte die Ministerin im Niedersächsischen Landtag. Die Wildschweine waren im belgischen Étalle tot aufgefunden worden, nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

Ein Ferkel

Schweinepest: Halter in Alarmbereitschaft

Hallo Niedersachsen -

Die Afrikanische Schweinepest rückt vor nach Westeuropa: Dass die Tiersuche bei toten Wildschweinen in Belgien entdeckt wurde, beunruhigt Landwirte im nahen Niedersachsen.

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Unerklärlicher und "beunruhigender Sprung nach Westen"

Niedersachsen habe sich unter anderem gemeinsam mit Jägerschaft, Landwirten und Veterinärbehörden des Landes intensiv auf dieses Szenario vorbereitet, so Otte-Kinast. Prävention habe höchste Priorität. "Wir haben alle Gesetze auf den Weg gebracht, um die Gefährdung durch ASP zu bekämpfen." Die Schweinepest habe mit den Nachweisen in Belgien "einen sehr großen, überraschenden und beunruhigenden Sprung nach Westen gemacht", unterstrich die Ministerin im Landtag. Mit einer Wanderung infizierter Wildschweine über Hunderte von Kilometern lasse sich das sicher nicht erklären.

Schweinehalter zu erhöhter Vorsicht aufgerufen

Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN) mit Sitz in Damme (Landkreis Vechta) ruft alle Schweinehalter zu erhöhter Vorsicht auf. Es gelte jetzt, die schon bestehenden Biosicherheitsmaßnahmen äußerst penibel zu beachten, sagte ISN-Sprecherin Jana Denecke am Freitagmorgen zu NDR 1 Niedersachsen. Die Gefahrenlage habe sich durch den Ausbruch nicht weit von der deutschen Grenze noch einmal verschärft.

Mehr als drei Millionen Schweine in Cloppenburg und Vechta

Für Niedersachsen und insbesondere die Region Südoldenburg stellt ein möglicher Ausbruch der Schweinepest eine erhebliche Bedrohung dar. Allein in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta werden mehr als drei Millionen Schweine gehalten. Landwirte wie Heinrich Dierkes aus Goldenstedt bei Vechta haben die Hygienemaßnahmen in ihren Ställen bereits verschärft. Er befürchtet, dass nur ein einziger Seuchenfall in Deutschland den Schweinemarkt insgesamt in Bedrängnis bringen und zu Exportverboten führen könnte. Dass ASP Deutschland jetzt aus Belgien, also aus dem Westen und nicht wie immer befürchtet aus dem Osten bedroht, führen Dierkes und andere Experten auf verseuchte Lebensmittel zurück. Fachleute warnen davor, Lebensmittel - zum Beispiel an Autobahnraststätten - achtlos wegzuwerfen. Hungrige Wildschweine könnten sich auf diesem Weg mit der Afrikanischen Schweinpest infizieren.

Bisher kein Fall in Deutschland - Sorgenkind Rumänien

Acht osteuropäische Staaten und Russland sind bisher von der Afrikanischen Schweinepest betroffen. In Rumänien etwa hat die Seuche das größte Ausmaß seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht. Die ISN berichtet von Meldungen, wonach Kadaver von vermutlich mit ASP infizierten Hausschweinen in der Donau treiben würden. 805 ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen seien bis Anfang September in Rumänien gezählt worden, so die ISN. In Deutschland gibt es bisher noch keinen Fall, doch mit der Zunahme der Nachweise in Grenznähe wächst das Risiko. ASP ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Wild- und Hausschweine betrifft und tödlich sein kann. Für den Menschen ist ASP ungefährlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 14.09.2018 | 09:30 Uhr

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