Stand: 18.04.2019 18:30 Uhr

Monatelang ohne Schule: Hat Hannover ein Problem?

Bild vergrößern
In Hannover sind viele Klassen an den Haupt-, Ober- und Gesamtschulen voll. (Themenbild)

Der Fall einer 16-jährigen Schülerin aus Hannover, die nach einem Umzug in die Landeshauptstadt drei Monate lang keinen Schulplatz erhalten hatte, hat für Aufsehen gesorgt. Ihr Fall ist kein Einzelfall. Nach Angaben der niedersächsischen Landesschulbehörde gab es in Hannover jüngst 24 Kinder und Jugendliche ohne Schulplatz. Für alle sei inzwischen ein Platz gefunden, sagte eine Sprecherin der Landesschulbehörde NDR.de. Zwölf der Schüler hatten nach Angaben der Stadt Hannover maximal drei Monate auf den Platz gewartet. "Leider war es nicht möglich, die gewünschten genaueren Zeitangaben zu den Wartezeiten der zwölf Schüler*innen kurzfristig zu bekommen", hieß es am Donnerstag von der Verwaltung auf eine Anfrage von NDR.de. Eine Sprecherin verwies auf kommende Woche.

Weitere Informationen

16-Jährige darf monatelang nicht in die Schule

Drei Monate hat eine 16-Jährige in Hannover keinen Platz an einer Schule gefunden. Nach Medienberichten über den Fall hat das Kultusministerium nun schnell eine Lösung präsentiert. mehr

Lediglich Einzelfälle in anderen Kommunen

Das Phänomen, dass Schüler vorübergehend keinen Schulplatz haben, hat sich nach Angaben der Sprecherin der Landesschulbehörde in der Landeshauptstadt seit zwei Jahren verschärft. Aus anderen Kommunen seien lediglich Einzelfälle bekannt. Sobald sich dann die Behörde einschalte, sei in der Regel innerhalb weniger Tage ein Platz gefunden. Das Prozedere läuft dabei folgendermaßen ab: Die Landesschulbehörde erhält eine Liste vom Schulträger mit den Namen der Kinder und Jugendlichen ohne Schulplatz. Daraufhin kontaktiert die Behörde die infrage kommenden Schulen. Diese könnten es ablehnen, einen Schüler aufzunehmen, etwa weil die Klassen zu voll seien, so die Sprecherin. In Extremfällen könne eine Schule angewiesen werden, einen Schüler aufzunehmen. Warum es im Fall der 16-Jährigen aus Hannover trotzdem drei Monate gedauert hat, bis sie einen Schulplatz hatte, beantwortete die Sprecherin mit Verweis auf den Datenschutz nicht. Auf den Einzelfall dürfe sie nicht eingehen.

Videos
07:56
Panorama 3

Lehrermangel: Schwerer Weg für Quereinsteiger

Panorama 3

In Niedersachsen wirbt man aufgrund des Lehrermangels um Menschen, die in anderen Berufen gearbeitet haben. Pia Kruse sprach mit uns über die Herausforderungen des Quereinstiegs. Video (07:56 min)

Stadt: Mindestens eine weitere Sekundarschule I notwendig

Das Problem fehlender Schulplätze hat sich nach Angaben der Stadt Hannover seit dem Ende des ersten Schulhalbjahres 2018/19 verschärft. Als Gründe dafür nennt die Stadt die steigende Zahl der Schulformwechsler und einen anhaltenden Zuzug von Schülern aus anderen Städten und Gemeinden sowie aus anderen EU-Ländern und Krisengebieten. Außerdem führe ein Anstieg der Zahl von Schülern mit besonderem Förderbedarf zu einer sogenannten Doppelzählung und dadurch zu einer Verringerung der vorhandenen Schulplätze. Dadurch fehlten an einigen Schulformen wie Haupt-, Ober und Gesamtschulen Plätze, die auch während des laufenden Schuljahres mit neuen Schülern belegt werden könnten. Um den steigenden Bedarf an Schulplätzen zu decken, ist laut Stadt mindestens eine weitere Sekundarschule I notwendig.

Weitere Informationen

Zahl der Schüler steigt um rund 10.000

Im neuen Schuljahr wird in Niedersachsen mit einem Anstieg der Schülerzahl um rund 10.000 gerechnet. Die Lehrergewerkschaft GEW forderte erneut mehr Personal an den Schulen. (14.07.2018)) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 17.04.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:24
Niedersachsen 18.00
03:34
Hallo Niedersachsen
03:36
Hallo Niedersachsen