Stand: 21.12.2018 20:19 Uhr

Missbrauch: Kirchengericht verurteilt Peter R.

Fast neun Jahre nach Bekanntwerden der Missbrauchsfälle am Berliner Canisius Kolleg ist einer der beiden Haupttäter, der Priester Peter R., erneut von einem Kirchengericht verurteilt worden. Das bestätigte das Erzbistum Berlin. Das Urteil sei dem 77 Jahre alten Beschuldigten sowie dem Anwalt der Betroffenen bereits zugestellt worden. Rechtskräftig sei es allerdings noch nicht, deshalb könne man keine weiteren Details nennen. R., der auch in Hildesheim Kinder missbraucht haben soll, habe zwei Wochen Zeit, um Berufung einzulegen. Zudem müsse der Vatikan dem Urteil zustimmen.

Priester soll immer wieder Kinder missbraucht haben

Strafrechtlich hat Peter R. in diesem Fall nichts mehr zu befürchten. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat die Ermittlungen gegen ihn bereits 2011 gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Ein Gerichtssprecher warf der Kirche später vor, die zentrale Rolle des Täters bei den Missbrauchsfällen am Canisius Kolleg verschwiegen zu haben. Nach seiner Zeit in Berlin in den 1970er-Jahren wurde R. ins Bistum Hildesheim versetzt, wo ihm mittlerweile weitere Taten vorgeworfen werden. Vonseiten der Kirche wurde Peter R. 2014 wegen des Missbrauchs einer Jugendlichen zu einer Geldstrafe von 4.000 Euro verurteilt. Zudem wurde dem Rentner die Ausübung priesterlicher Tätigkeiten verboten. Inzwischen lebt er als Ruheständler in Berlin, wo er erneut übergriffig gegenüber Kindern geworden sein soll.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 14.12.2018 | 12:00 Uhr

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