Stand: 10.08.2020 14:09 Uhr

Lauenau: Wasser sparen "bis in den Herbst"

Der Hochbehälter in Lauenau ist kaum mit Wasser gefüllt. © NDR
Mittlerweile sind die Speicher in Lauenau wieder etwas besser gefüllt - dennoch müssen die Menschen sich weiter einschränken.

Nach dem zeitweiligen Zusammenbruch der Wasserversorgung in der Gemeinde Lauenau (Landkreis Schaumburg) fließt das Wasser zwar wieder - dennoch werden die rund 4.000 Einwohner wohl noch mehrere Wochen sparsam mit dem kühlen Nass umgehen müssen. "Wir sind bis in den Herbst hinein auf die Mithilfe der Bürger angewiesen", sagte Georg Hudalla, parteiloser Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg, zu der Lauenau gehört.

Allgemeinverfügung soll kommen

Hudalla betonte, dass der Verbrauch niedrig bleiben müsse, damit das Wassernetz nicht erneut zusammenbreche. Die akute Krise sei überwunden, die Bürger müssten aber weiter an einem Strang ziehen. Am schlimmsten wäre es aus seiner Sicht, wenn die Menschen sich daran gewöhnen, dass sie wieder Wasser haben - und der Verbrauch dann in die Höhe geht. Die Gemeinde plant entsprechende Maßnahmen: Eine Allgemeinverfügung, um etwa das Rasensprengen verhindern zu können, sowie "intensives Wassermanagement" seien vorgesehen, sagte Sven Janisch vom Wasserbetrieb in Lauenau. "Wir müssen ein Sparsamkeitsgebot ausgeben."

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Wasserverbrauch auf die Hälfte gesunken

Bürgermeister Hudalla lobte das bisherige Verhalten der Bevölkerung. Die Menschen in Lauenau hätten sich bislang vorbildlich verhalten. Der Wasserverbrauch sei auf die Hälfte des normalen Verbrauchs gesunken.

Speicher am Sonnabend auf Null

Am Sonnabend war der Trinkwasserspeicher am Mittag auf Null gelaufen und die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde weitgehend zusammengebrochen. Grund war ein drastisch angestiegener Wasserverbrauch in den Tagen zuvor. Die Freiwillige Feuerwehr riet den Menschen am Freitagabend per Lautsprecher-Durchsage, sich für das Wochenende mit Trinkwasser aus dem Supermarkt zu versorgen und organisierte kurzfristig zehn Ausgabestellen, an denen sich die Lauenauer Brauchwasser holen konnten. Am Samstagabend begann sich die Lage leicht zu entspannen. Zwischenzeitlich wurde das Ortsnetz zudem vom benachbarten Wasserverband Nord-Schaumburg mitversorgt.

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Kein Urlaub wegen Corona - höherer Wasserverbrauch

Das Problem in Lauenau ist nicht fehlendes Wasser. Die Kommune bezieht das nasse Gut aus den Böden des Deisters. Dort sei noch ausreichend Wasser vorhanden - jedenfalls für den Normalfall. Dieses Jahr seien viele Lauenauer wegen der Corona-Pandemie jedoch nicht in den Urlaub gefahren, erklärte Hudalla. Entsprechend werde vor Ort mehr Wasser verbraucht. Zudem besäßen viele Pools, die befüllt und Gästen, die gegossen würden.

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Regional Hannover | 10.08.2020 | 06:30 Uhr

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