Stand: 10.12.2019 12:57 Uhr

Kulturhauptstadt 2025: Hannover und Hildesheim geben Bewerbung ab

von Agnes Bührig

Acht deutsche Städte wollen 2025 Kulturhauptstadt Europas werden. Darunter sind auch die Städte Hannover und Hildesheim. Nun präsentieren sie sich und ihre Konzepte vor einer Jury in Berlin. Am 12. Dezember entscheidet diese dann, welche der acht Bewerberstädte in die zweite Runde des nationalen Wettbewerbs kommen. Ende des kommenden Jahres wird ein Sieger gekürt.

Im Büro von Melanie Botzki und Inga Samii im Rathaus von Hannover sieht es nach intensiven Vorbereitungen aus. "Kulturhauptstadt muss weh tun" hat sich das Leitungsteam der Bewerbung als Motivations-Leitspruch an die Tür geheftet, auf dem Konferenztisch ein klobiges Minimodell einer griechischen Arena, das an das zentrale Konzept der Bewerbung Hannovers erinnert, die Agora.

Der Jury würde sie es so erklären, sagt Melanie Botzki: "Die Agora ist die moderne Plattform, in der sich die Menschen treffen, um über die europäischen Themen zu diskutieren, um zu feiern, um zu experimentieren, um Dinge zu verhandeln, um Menschen mal Gehör zu verschaffen, die vorher noch nicht gehört wurden. Und das wollen wir alles künstlerisch ausdrücken und eine Plattform bieten, wo man über Europa neu nachdenkt, jenseits der Politik."

Große Hoffnungen bei den Bewerbern

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Das ist Antwort auf eine von 300 Fragen, auf die sich die 10-köpfige Delegation für Berlin vorbereitet hat. Und die Hoffnungen sind groß, dass es klappen könnte, denn Hannover hält sich zu Gute, anders zu sein als viele andere Bewerber. Die erste Präsentation wurde als Poetry-Slam abgehalten, das Bewerbungsbuch als Kunstwerk gestaltet und dessen Inhalt beim Schriftsteller Juan S. Guse in Auftrag gegeben.

Im Kompetenzteam für die aktuelle Bewerbungsrunde sitzt jetzt neben dem Oberbürgermeister persönlich unter anderem ein Bühnendramaturg. Kommt nach dem Bewerbungsbuch in Romanform nun also die Sparte Theater dran, um die Jury zu beeindrucken? Melanie Botzki weiß die Antwort: "Wir wollen natürlich der Jury auch Vertrauen schenken und sagen: Wir sind die, die es gemacht haben und auch weiter machen. Und das wird natürlich verpackt in einer künstlerischen Livepräsentation. Das heißt nicht, dass wir da schauspielern, sondern dass wir auch dieses Agorathema sehr stark künstlerisch in den Vordergrund rücken werden. Und alles zusammen ist eine künstlerische Linie, die auch einen Höhepunkt hat und eine Einführung und ein Ende."

Hildesheim: Rüben, Rosen und der Sinn des Lebens sollen es richten

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Der niedersächsische Konkurrent Hildesheim geht unter dem Motto „Rüben, Rosen und der Sinn des Lebens“ ins Rennen. Die Rübe soll Bodenständigkeit und Tradition der ländlich geprägten Region verkörpern, die Rose an den 1000-Jährigen Rosenstock am Dom erinnern und Mythen symbolisieren. Und der Sinn des Lebens meint den kulturellen Dialog: europäisch wie global. Und der wird in beiden Bewerberstädten weitergehen, egal, ob sie gewinnen oder nicht - da ist sich Inga Samii, Projektleiterin in Hannover, sicher: "Man darf nicht vergessen, dass manche Städte diesen Prozess auch gestartet haben, weil sie diesen Prozess so inspirierend fanden wie Kassel zum Beispiel, die auch, ich glaube 60 oder 70 Prozent der Projekte umgesetzt haben, auch als sie dann nicht weitergekommen sind. Also dieser Prozess hat unglaublich viel ausgelöst und die ganze Kulturszene bestätigt uns das auch immer wieder, dass sie zum ersten Mal sich alle so wirklich kennen gelernt haben, so zusammen gearbeitet haben, so interdisziplinär, das finden sie alle unglaublich bereichernd."

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 10.12.2019 | 06:20 Uhr

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