Stand: 27.11.2019 00:02 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Juliane Bartel Medienpreis auch für NDR Team

von Martina Witt
Am Dienstagabend ist im NDR Landesfunkhaus der Juliane Bartel Medienpreis verliehen worden.

Wie erlebt eine junge Frau in Teheran ihren Alltag, wenn sie sich traut, ohne Kopftuch aus dem Haus zu gehen? Welchen harten Weg müssen Frauen gehen, die eine Schwangerschaft abbrechen wollen? Was lässt sich Schönheitsidealen im Internet entgegensetzen? Zum 19. Mal sind am Dienstagabend Autorinnen und Autoren mit dem Juliane Bartel Medienpreis ausgezeichnet worden, die sich mit diesen Themen beschäftigt haben - mit Rollenklischees und Vorurteilen, mit Gleichberechtigung und auch mit positiven Beispielen. Mal ernst und erschütternd, mal humorvoll und selbstironisch. Unter den Gewinnern ist auch ein Beitrag des NDR Fernsehens.

Juliane Bartel Medienpreis wird verliehen

Hallo Niedersachsen -

Der Juliane Bartel Medienpreis ist eine Auszeichnung für Journalistinnen und Journalisten die Geschlechterklischees hinterfragen. Die Preisverleihung findet in Hannover statt.

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Internet-Scheinwelt entlarven

"Mit Witz gegen den Schönheitswahn - Frauen wehren sich auf Instagram" - Lisa Hagen und Nils Altland wurden mit ihrem Beitrag für das NDR Kulturjournal in der Kategorie "Dokumentation, Reportage, Feature, Magazinbeitrag bis zehn Minuten" ausgezeichnet. In ihrem Film begleiten die beiden Journalisten die Aktivistin Melodie Michelberger, die die Scheinwelt in sozialen Netzwerken wie Instagram entlarvt und für ein positives Selbstbild eintritt. Humor werde in dem Beitrag als entwaffnendes Mittel eingesetzt, sagte Jury-Mitglied Ninia LaGrande. Ein Preis wie der Juliane Bartel Medienpreis sei immer noch wichtig. Er lege den Finger in die Wunde, zeichne aber auch einen kreativen Umgang mit dem Thema Gleichstellung aus.

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Kulturjournal

Mit Witz gegen den Schönheitswahn

Kulturjournal

Abgemagerte Frauen in absurdesten Posen. Aktivistinnen wie Melodie Michelberger und Celeste Barber entlarven die Scheinwelt auf Instagram und fordern: Weg mit dem negativen Selbstbild! Video (04:21 min)

"Pussy Terror TV" mit Carolin Kebekus ausgezeichnet

In der Kategorie "Fernsehfilm und Fernsehserie" wurden die Autorinnen und Autoren der Comedy-Show "Pussy Terror TV" mit Carolin Kebekus ausgezeichnet. Mit einem Lied über die Menstruation breche Kebekus ein Tabu, so die Jury. "Von hochpolitisch bis total platt", Kebekus mache laute, meinungsbildende und politische Satire, sie breche ein Klischee nach dem anderen.

Ohne Kopftuch durch Teheran

In der Kategorie "Hörfunk" gab es zwei erste Plätze: Die ausgezeichneten Beiträge thematisieren das Tabuthema Schwangerschaftsabbruch und das mutige kopftuchlose Auftreten von Frauen in Teheran. In der Kategorie "Online" ging der Preis an "Wie sehr bestimmt das Geschlecht mein Leben?". In sechs Folgen gehen Michael Bartlewski, Verena Fücker, Samira Schütz und Frank Seibert eben dieser Frage nach - und kommen zu dem Ergebnis: "Immer noch zu viel." Außerdem wurde der 45-minütige Fernseh-Beitrag "Bauhausfrauen" geehrt, der sich mit der Rolle der Frauen in der Bauhausbewegung beschäftigt und zeigt, dass sie dort bewusst kleingehalten wurden.

Gleichberechtigung bleibt aktuelles Thema

Der Juliane Bartel Medienpreis ist bereits zum 19. Mal verliehen worden. Zum ersten Mal begrüßte eine Frau als Gastgeberin Publikum, Jury und Nominierte - Landesfunkhaus-Chefin Andrea Lütke. Das Thema Gleichberechtigung sei und bleibe wichtig und sehr aktuell.

Als Schirmherrin der Initiative "Klischeefrei" war Elke Büdenbender ins Landesfunkhaus am Maschsee eingeladen. Die Frau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier würdigte die Preisträgerinnen. Die ausgezeichneten Beiträge rüttelten die Zuschauerinnen und Zuschauer wach und machten Mut, sagte Büdenbender. Niedersachsens Gleichstellungsministerin Carola Reimann (SPD) betonte, dass die Qualität der aus ganz Deutschland eingereichten Beiträge Jahr für Jahr steige.

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Juliane Bartel moderierte unter anderem die Talkshow "3 nach 9".
Juliane Bartel: Fernseh-Durchbruch bei "3 nach 9"

Der Juliane Bartel Medienpreis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er wird an Radio-, TV- und Online-Beiträge verliehen, die gegen Geschlechterklischees ankämpfen. Er wird vom Land Niedersachsen gemeinsam mit dem NDR und der Landesmedienanstalt vergeben und erinnert an die Journalistin Juliane Bartel (1945-1998).

Bartel war Radio- und Fernsehmoderatorin. Sie war in "S-F-Beat", einer Jugend-, Musik- und Infosendung, und später auch in der Tages-Magazinsendung "Echo am Morgen" zu hören. Ihren Durchbruch beim Fernsehen hatte Bartel mit der Talkshow "3 nach 9", durch die sie von 1989 bis 1998 führte. Zuvor moderierte sie im ZDF die Sendung "Spielraum" und ab 1993 "Alex" beim Sender Freies Berlin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 27.11.2019 | 08:00 Uhr

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