Eine Pappmaschee-Erdkugel mit Fieberthermometer im Mund. © picture alliance/Peter Steffen Foto: Peter Steffen

Hannover: Aktivisten ketten sich vor Umweltministerium an

Stand: 11.12.2020 19:56 Uhr

Am 12. Dezember 2015 wurde das Pariser Klimaabkommen verabschiedet. Fünf Jahre später demonstrierten Klima-Aktivisten in vielen Städten Niedersachsens. Ihr Ziel: mehr Klimaschutz.

Mehrere Hundert überwiegend junge Menschen haben am Freitag auf Initiative von "Fridays for Future" für mehr Klimaschutz demonstriert. In Hannover ketteten sich Umweltaktivisten der Organisation "extinction rebellion" und "Ende Gelände" am Nachmittag vor dem Umweltministerium an. Laut Polizei waren rund 75 Personen bei der nicht angemeldeten Demonstration dabei, einige von ihnen hatten sich aneinander gekettet und gemeinsam die Straße blockiert. Die Gruppe konnte erst mit Hilfe der Feuerwehr voneinander getrennt werden. Die Beamten leiteten rund 50 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein.

FFF blockiert Grünen-Büro in Göttingen

Die Bewegung "Fridays for Future" (FFF) hatte zunächst zu Menschenketten, Laternenumzügen, Kerzenaktionen, "Laufdemos" und Online-Protesten in rund 20 Städten aufgerufen - unter Einhaltung der Maskenpflicht und der Abstandsregelungen. In Göttingen blockierten FFF-Aktivisten und andere Umweltgruppen nach eigenen Angaben zeitweise das Büro der Grünen. Mit der Aktion werde für eine radikale Klimapolitik und gegen die Zerstörung des Dannenröder Waldes in Hessen demonstriert, erklärte die Göttinger Ortsgruppe von "Fridays for Future". In Osnabrück zog sich eine Menschenkette aus rund 150 Personen friedlich durch die Innenstadt. In Lüneburg gab es auf dem Bahnhofsvorplatz eine Mahnwache.

Bereits Protest am Mittwoch

Bereits am Mittwoch gingen die jungen Aktivisten in Hannover auf die Straße. Gemeinsam mit der Grünen Jugend demonstrierten sie gegen das neue Klimagesetz des Landes. Vor dem Landtag setzten sich drei Aktivisten Masken der Gesichter von Umweltminister Olaf Lies (SPD), Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) auf und spielten mit einem symbolischen Erdball Fußball. "Liebe GroKo, spielen Sie nicht mit der Erde", hieß es. "Mit diesem Klimagesetz betreibt die große Koalition Augenwischerei", sagte Emily Karius von "Fridays For Future" Niedersachsen.

Weitere Informationen
Aktivisten von Fridays for Future mit Masken von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (M, SPD), Niedersächsischer Umweltminister Olaf Lies (l, SPD) und Niedersächsischer Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) treten bei einer Klima-Protestaktion eine aufblasbare Weltkugel vor dem niedersächsischen Landtag. © picture-alliance Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 11.12.2020 | 17:00 Uhr

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