Stand: 29.12.2019 15:58 Uhr

Einige Städte verbieten Feuerwerk

Ein Banner in der Altstadt von Lüneburg weist eine Zone aus, in der das Anzünden von Feuerwerk untersagt ist. © dpa-Bildfunk Foto: Philipp Schulze
In einigen Städten Niedersachsens ist das Feuerwerk in bestimmten Bereichen der Innenstadt verboten. (Archivbild)

Das traditionelle Silvesterfeuerwerk spaltet die Gemüter: Die einen freuen sich seit Wochen darauf, endlich Raketen und Böller in die Luft zu jagen, die anderen sorgen sich um Tiere oder wegen der Feinstaubbelastung und würden das Feuerwerk am liebsten abschaffen. So unterschiedlich wie die einzelnen Menschen mit dem Thema umgehen, so handhaben es auch die Kommunen in Niedersachsen. Während es vielerorts keine Einschränkungen für das Feuerwerk gibt, ist es in anderen Städten ganz oder in Teilen verboten.

In diesen Innenstädten sind Böller und Raketen verboten

  • In Braunschweig soll es kein generelles Verbot geben - aber rund um den Schlossplatz darf nach Angaben der Stadt aus Sicherheitsgründen kein Feuerwerk abgebrannt werden. Nach Angaben eines Sprechers reagiert die Stadt damit auf mehrere Vorfälle im vergangenen Jahr. Unter anderem wurde ein damals 15-Jähriger durch eine Böllerexplosion schwer verletzt.
  • Im Inneren Ring der Innenstadt von Celle ist Feuerwerk verboten.
  • In der Altstadt von Goslar ist Feuerwerk wie bereits in den Vorjahren tabu. Nach Angaben der Stadt sollen dadurch die besonders brandempfindlichen Gebäude geschützt werden.
  • In Göttingen darf innerhalb der Wallanlagen laut Stadt kein Feuerwerk der Kategorie F2 gezündet werden. Das sind Feuerwerksbatterien, Raketen, Leuchtfeuerwerk und Knaller wie zum Beispiel Chinaböller.
  • In Hameln ist Feuerwerk auch in diesem Jahr in der gesamten Altstadt verboten. Als Grund nennt die Stadt das hohe Risiko für die vielen historischen Fachwerkhäuser. Darüber hinaus appelliert die Stadt an die Menschen in den anderen Stadt- und Ortsteilen, generell den Einsatz von Pyrotechnik zu überdenken - der Umwelt und den Tieren zuliebe.
  • In Hannover darf in der Innenstadt zwischen dem Hauptbahnhof, dem Opernplatz und dem Kröpke niemand Feuerwerk zünden oder bei sich tragen. Die Verbotszone war im Vorjahr zum ersten Mal eingerichtet worden und hatte laut Stadt zu einer "erheblichen Entspannung der Lage" geführt, nachdem in den Jahren zuvor Böller inmitten von Menschenansammlungen gezündet und Menschen gezielt beschossen worden waren.
  • In Hildesheim dürfen Feuerwerkskörper in Teilen der Innenstadt sowie in sämtlichen Ortsteilen mit Fachwerkhäusern nicht angezündet werden. Auch in der Nähe von einzeln stehenden Fachwerkhäusern darf laut Stadt nicht geböllert werden.
  • In Lüneburg gilt das Verbot nach Angaben der Stadt im Naturschutzgebiet Kalkberg und in der Altstadt. Aufgrund der engen Bebauung könne sich dort ein Feuer besonders schnell ausbreiten, sagte ein Stadtsprecher.

Verbot als starker Eingriff in Silvester-Verständnis

In anderen Städten wie Wolfsburg, Osnabrück und Oldenburg ist das Zünden von Raketen und Böllern ohne Einschränkungen erlaubt. Ein Stadtsprecher von Oldenburg sagte, dass ein Verbot ein zu starker Eingriff in die traditionelle Weise sei, Silvester zu feiern. Überall verboten ist das Abbrennen von Feuerwerk laut Sprengstoffgesetz in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern. Immer wieder warnen die Feuerwehren in Niedersachsen vor Feuerwerksartikeln aus dem Ausland, die in Deutschland nicht zugelassen sind.

Feuerwerks-Partikel gefährlich für Menschen

Da beim Feuerwerk große Mengen an Feinstaub entstehen, setzt sich die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker, für ein komplettes Feuerwerksverbot ein. Die Feinstaubbelastung durch das Silvesterfeuerwerk sei extrem gesundheitsschädlich, sagte sie. Nicht einmal Atemmasken würden gegen die extrem kleinen Teilchen helfen. Die Partikel könnten in den Blutkreislauf gelangen und unter anderem Schlaganfälle und Hirntumore verursachen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 30.12.2019 | 06:30 Uhr

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