Nikolai Setzer, Mitglied des Vorstandes, Continantal AG, spricht während eines Interviews. © dpa Foto: Peter Steffen

Conti will mit neuer Strategie zurück in die Zukunft

Stand: 16.12.2020 21:07 Uhr

Der Automobilzulieferer Continental will die gegenwärtige Krise hinter sich lassen. Dabei will das hannoversche Dax-Unternehmen verstärkt auf Software- und Elektronikprojekte setzen.

"Wir setzen künftig mit noch mehr Kraft und Mitteln auf unsere Wachstumsfelder und Zukunftstechnologien", kündigte der seit Mitte November amtierende Vorstandsvorsitzende Nikolai Setzer am Mittwoch an. "Die Software macht den Unterschied." Den geplanten Abbau von rund 30.000 Stellen bezeichnete der neue Conti-Chef als "bitter und schmerzhaft".

Vernetzung und assistiertes Fahren bekommen mehr Priorität

In der neuen Strategie des Unternehmens sollen Bereiche wie Vernetzung, assistiertes Fahren oder Hochleistungsrechner im Auto stark ausgebaut werden. Gleichzeitig gelte es, die Marktposition in gesättigteren Segmenten wie Sicherheitstechnik, Anzeigesystemen oder dem Reifengeschäft in Europa zu halten sowie "Wertbeiträge zu sichern", so Setzer.

Setzer will Wachstum aus eigener Kraft

Zuletzt hatte Conti beim Kerngeschäft der Automobilzulieferung geschwächelt. Setzer strebt auf Konzernebene mittelfristig nun ein Wachstum aus eigener Kraft an, das heißt ohne Wechselkurseffekte und Zukäufe eingerechnet, von fünf bis acht Prozent jährlich an, nachdem die maue Branchenlage und Corona-Pandemie dem Konzern das Geschäft verhagelt hatten. Bei der um Sondereffekte bereinigten Gewinnspanne vor Zinsen und Steuern plant das Unternehmen mit acht bis elf Prozent - ohne die Antriebstechnik, die 2021 in die neue Firma Vitesco abgespalten werden soll.

Conti konzentriert sich auf neue Schwerpunkte

Das Autozuliefergeschäft solle insgesamt mittelfristig mit sieben bis elf Prozent Wachstum der wesentliche Treiber sein und damit auch um zwei bis vier Prozentpunkte stärker zulegen als der Markt, sagte Setzer. Die Antriebstechnik rechnet Conti auch hier schon nicht mehr dazu. Der Konzern konzentriert sich künftig neben Bremsen und Innenraumteilen auf Elektronik, Sensorik und Software.

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Aktuell | 16.12.2020 | 12:00 Uhr

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