Stand: 01.10.2019 20:24 Uhr  - Niedersachsen 18.00

Angler-Mord in Nienburg: Freispruch nach 35 Jahren

Im Prozess um den 35 Jahre zurückliegenden Mord an dem Angler Wilhelm Rettberg in Nienburg ist der 55-jährige Angeklagte am Dienstag freigesprochen worden. Damit schloss sich die Kammer im Verdener Landgericht dem Plädoyer der Verteidigung an. Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Gefängnisstrafe gefordert, während der Anwalt des Angeklagten aus Mangel an Beweisen auf Freispruch plädiert hatte. Die Richter schlossen sich dieser Einschätzung an.

Cousin des Angeklagten nicht als Zeuge zugelassen

Sie hatten den Angeklagten bereits aus der Untersuchungshaft entlassen, weil sie ihn nicht mehr für dringend tatverdächtig hielten. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass der Mann seinem Cousin zu einem Zeitpunkt von dem Mord erzählte hatte, als davon noch nichts in den Medien bekannt war. Das Gericht hatte den in Kanada lebenden Cousin jedoch nicht als Zeugen zugelassen. Dass es überhaupt nach so langer Zeit zu einem Prozess kam, ist eine Folge der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst", die den ungelösten Kriminalfall noch einmal aufgegriffen hatte. Daraufhin hatten sich neue Zeugen gemeldet.

Zeugen erinnern sich nicht genau

Allerdings konnte viele der zu Wort gekommenen Zeugen in dem Mordprozess sich nicht mehr genau erinnern, was sie vor 35 Jahren am Weserufer beobachtet hatten. Angler Rettberg hatte an einem Morgen im Juli 1984 nach Würmern gesucht, als er von seinem Mörder von hinten mit einer Flasche niedergeschlagen wurde. Der Täter legte den Bewusstlosen mit dem Gesicht in die Weser und verschwand, der Angler ertrank.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 01.10.2019 | 18:00 Uhr

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