Stand: 03.12.2017 19:51 Uhr

AfD-Parteitag endet ohne weitere Störungen

In Hannover ist am Sonntag der von heftigen Protesten begleitete Bundesparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) zu Ende gegangen. Nach zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen mit mehreren Verletzten am Sonnabend gab es kaum Proteste gegen die Veranstaltung. Der Tagungsort, das Congress Centrum im Zooviertel, wurde aber auch am Sonntag mit zahlreichen Einsatzkräften gesichert, hieß es von der Polizei. Außerdem wurden die Hotels, in denen sich AfD-Politiker einquartiert hatten, im Blick behalten. Die Polizei Hannover erhielt dabei nach eigenen Angaben Verstärkung von Beamten aus anderen Bundesländern. Wie viele dies waren, wollte ein Sprecher nicht sagen.

Auf einer Straße sind Personen unter Regenschirmen auf die Wasser gestrahlt wird.

AfD-Parteitag: Mehrere Verletzte bei Protesten

Hallo Niedersachsen -

Bei Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten rund um den AfD-Parteitag in Hannover gab es mehrere Verletzte. Parteichef Meuthen wurde derweil im Amt bestätigt.

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Mehrere Verletzte bei Auseinandersetzungen

Am Sonnabend waren bei den Protesten von insgesamt rund 6.500 AfD-Gegnern mehrere Menschen verletzt worden. Die Demonstranten, deren Kundgebung unter dem Motto "Unser Hannover - bunt und solidarisch! - Protest gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus" stand, zogen vom Congress Centrum in Richtung Innenstadt. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Schlagstöcke und Pfefferspray ein, um Blockaden zu räumen. Ein Demonstrant, der sich an einer Metallpyramide festgekettet hatte, brach sich nach Polizeiangaben ein Bein und kam ins Krankenhaus. Auf Twitter gaben Aktivisten den Einsatzkräften die Schuld an der Verletzung. Außerdem seien fünf Polizisten verletzt worden, darunter ein Beamter, der durch einen Flaschenwurf an der Hand verwundet wurde. Ein anderer sei von einem Stein am Helm getroffen worden.

AfD-Bundestagsabgeordneter an Hand verletzt

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk sagte, er sei von linken Demonstranten an der Hand verletzt worden. Der Zwischenfall habe sich ereignet, als er vom Taxi zu Fuß die letzten 200 Meter bis zum Congress Centrum ging. Eine Gruppe habe ihm und seinen Begleitern zunächst den Weg versperrt. Dann hätten eine Frau und ein Mann auf ihn eingeschlagen und ihm seine Aktentasche entrissen. Gottschalk sagte, er habe Anzeige wegen Körperverletzung und schweren Raubes erstattet. Er beklagte, dass die Polizei dem Taxi trotz ausdrücklicher Bitte die Weiterfahrt bis zum Eingang des Veranstaltungsgebäudes untersagt habe.

Parteitag beginnt mit Verspätung

Wegen der Proteste und Blockaden begann der Parteitag mit Verspätung. Einige Delegierte hatten Probleme, zum Veranstaltungsort zu gelangen. Die Demonstranten versuchten, die Zufahrten zum Congress Centrum zu blockieren. Vier Personen wurden nach Polizeiangaben fest-, sechs in Gewahrsam genommen. Die 600 Delegierten bei dem Treffen im Congress Centrum werden unter anderem mit Nato-Stacheldraht gegen ein mögliches Vordringen von AfD-Gegnern geschützt.

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Proteste gegen AfD-Parteitag in Hannover

An diesem Wochenende trifft sich die AfD in Hannover zu ihrem Bundesparteitag. In der Stadt finden insgesamt sechs Demonstrationen gegen die Veranstaltung statt. Bildergalerie

"Nein zu jeder Form von Rassismus und Extremismus"

Ein Bündnis aus Gewerkschaften, Religionsgemeinschaften, Parteien und Antifaschisten hatte vor dem Congress Centrum zu einer Kundgebung aufgerufen. Die AfD sei eine arbeitnehmerfeindliche und rechtsradikale Partei, sagte ein Sprecher der IG Metall Hannover im Vorfeld. Auch Mitglieder des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) nahmen an den Protesten teil.

Tagesschau.de
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Gauland und Meuthen zu AfD-Chefs gewählt

Der AfD-Parteitag in Hannover hat Jörg Meuthen als einen von zwei Bundesvorsitzenden bestätigt. Als Co-Vorsitzender wurde Fraktionschef Alexander Gauland gewählt. Tagesschau.de berichtet. extern

Meuthen und Gauland als Doppelspitze

Inhaltlich ging es bei der Veranstaltung vor allem um die Vorstandswahlen. Am Sonntag wurde die Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alice Weidel, als Beisitzerin im Parteivorstand wiedergewählt. Für die 38-Jährige stimmten 69 Prozent der Mitglieder. Der AfD-Vorsitzende und Europa-Abgeordnete Jörg Meuthen war bereits am Sonnabend für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Der 56-Jährige wurde mit 72 Prozent als einer von zwei Parteichefs gewählt. Er bildet künftig eine gleichberechtigte Doppelspitze mit Fraktionschef Alexander Gauland. Der 76-Jährige erhielt knapp 68 Prozent der Stimmen. Zwei Wahlgänge um den Co-Vorsitz waren zuvor ohne Ergebnis geblieben: Weder der Berliner AfD-Vorsitzende Georg Pazderski noch die Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, erhielt eine ausreichende Mehrheit. Beide zogen anschließend ihre Kandidaturen zurück - stattdessen kandidierte Gauland.

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 02.12.2017 | 19:30 Uhr

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