Ein Feuerwehrmann steht auf einer überfluteten Straße. © dpa-Bildfunk Foto: JOTO

Viele Einsätze nach Unwetter mit Starkregen in Niedersachsen

Stand: 06.06.2021 13:10 Uhr

Gewitter mit kräftigen Regenfällen haben am Sonnabend in mehreren Regionen in Niedersachsen für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Meist ging es um vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen.

Heftig betroffen war unter anderem Rastede im Landkreis Ammerland. Die Feuerwehr berichtete von mehr als 120 Einsätzen seit Sonnabend. In der Nacht auf den Sonntag seien viele Keller und unter anderem zwei Supermärkte mit Wasser vollgelaufen, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Straßen wurden zudem überschwemmt.

Heftiger Schauer mit Folgen

Auch im Landkreis Oldenburg mussten die Feuerwehren viele Keller leerpumpen. Im Hattener Ortsteil Sandkrug wurden mehrere Straßen im Ortskern überflutet. Rund 30 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gingen in dem Ort bei einem rund einstündigen heftigen Schauer nieder, wie ein Feuerwehrsprecher NDR.de sagte. Auch ein Technikraum einer Tankstelle lief mit Wasser voll. Ein Eindringen in den Shopbereich konnten die Einsatzkräfte allerdings verhindern.

Straßen in der Region Hannover unpassierbar

In der Region Hannover mussten die Feuerwehren gleich in mehreren Orten ausrücken. Allein in Springe wurden 14 Einsätze gemeldet, da Wasser in Häuser gelaufen war. Nach Angaben der Rettungskräfte waren in einem Ortsteil Straßen überflutet und teilweise durch Schlamm unpassierbar.

Laatzen: Menschen in Fußgängertunnel eingeschlossen

Auch über Laatzen entlud sich am Sonnabend ein Gewitter mit starken Regenfällen. Die Laatzener Ortsfeuerwehr verzeichnete bis zum späten Nachmittag 33 Einsätze. Die Einsatzkräfte retteten eine 82-jährige Frau, die zusammen mit acht Jugendlichen in einer überfluteten Fußgänger-Unterführung festsaß. Die Seniorin und die Jugendlichen seien von dem steigenden Wasser eingeschlossen gewesen. Feuerwehrleute saugten das bis zu 30 Zentimeter hohe Wasser mit einer Pumpe ab und trugen die Rentnerin ins Freie. In anderen Straßenzügen liefen auch die Keller voll Wasser.

Dachstuhlbrand nach Blitzeinschlag

Folgen hatte das Unwetter auch im Landkreis Celle: In Bergen schlug am Sonnabend ein Blitz in ein Einfamilienhaus ein und entfachte einen Dachstuhlbrand. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen verhindern - dennoch ist das Haus im Ortsteil Eversen derzeit nicht bewohnbar, wie die Polizei mitteilte. Der Schaden wird auf 250.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand. Alle Bewohner konnten sich aus dem Haus retten.

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Dunkle Regenwolken ziehen über Neubrandenburg auf. © NDR Foto: Torsten Ohland aus Neubrandenburg

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Starkregen überfordert Kanalisation in Löningen

Bereits am Sonnabendmorgen hatte ein Unwetter die Stadt Löningen im Landkreis Cloppenburg getroffen. Nach Angaben eines Sprechers der Leitstelle in Oldenburg konnte die Kanalisation das Wasser an vielen Stellen nicht fassen. Deshalb liefen auch dort die Keller voll. In der Lüneburger Heide setzte ein Gewitterschauer die Hauptstraße im Ortsteil Insel der Gemeinde Schneverdingen unter Wasser.

A7: Auto überschlägt sich im Starkregen

Am Freitagabend hatte sich bei plötzlich einsetzendem Starkregen bereits auf der Autobahn 7 bei Nörten-Hardenberg (Landkreis Northeim) das Auto einer Familie überschlagen. Der 38 Jahre alte Fahrer wurde eingeklemmt und verletzt. Ersthelfer konnten die Beifahrerin und zwei Kleinkinder aus dem völlig zerstörten Wagen befreien, wie die Polizei mitteilte. Alle kamen in Kliniken.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.06.2021 | 13:00 Uhr

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